Das waren Jugend hackt Nord, Süd und West

Letztes Wochenende fanden zum ersten Mal drei Jugend hackt Events gleichzeitig statt. Im Norden, Süden und Westen der Republik hackten knapp 200 Jugendliche an ihren Ideen für eine bessere Welt. Der Osten legt diese Woche nach und rockt ab Freitag die TU Dresden.

Daten, Räume und Köpfe öffnen – Wir haben den Norden erneut gehackt!

Jugend hackt Nord

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Am vergangenen Wochenende verbesserten 70 Jugendliche aus dem norddeutschen Raum bei Jugend hackt Nord mit Code die Welt. Unter dem Motto Daten, Räume, Köpfe öffnen haben die Teilnehmenden zusammen mit ihren Mentor/innen an zwei Tagen fantastische Projekte entwickelt. Im Rahmen einer öffentlichen Präsentation haben die Teilnehmenden ihre Projekte dann vorgestellt – den Livestream kann man hier nachträglich anschauen.

Eine Jury, bestehend aus Diana Knodel, Gründerin von App Camps, Dorina Gumm vom Chaos Computer Club, Marco Maas vom OK Lab Hamburg, Andreas Hedrich von der Initiative Creative Gaming, sowie einem vierköpfigen Mentoren Team, hat in fünf Kategorien die besten Projekte gewürdigt. So hat das Projekt Worldation den Preis in der Kategorie „Mit Code die Welt verbessern“ gewonnen. Die Idee des Teams ist es, das Spenden weltweit einfacher und attraktiver zu gestalten. Ein anderes Team hat SMIKE entwickelt – in Projekt, dass beim Fahrradfahren den Rhythmus von Musik der Trittgeschwindigkeit anpasst. Die Jury hat dafür den Preis in der Kategorie „AHA-Moment“ vergeben. In der Kategorie „Offene Daten, Offene Räume, Offene Köpfe“ haben vier Teams gewonnen, die miteinander gearbeitet haben. Gemeinsam haben sie ein umfassendes Wecksystem geschaffen, dass die Weckzeit äußeren Bedingungen wie Wetter, Verkehr und Stundenausfall anpasst.

Jugend hackt Nord sagt Danke für ein unglaublich inspirierendes und großartiges Wochenende! Mit viel Durchhaltevermögen und Ehrgeiz haben die Jugendlichen und ihre betreuenden Mentor/innen Unglaubliches auf die Beine gestellt. Natürlich wäre all das nicht möglich ohne finanzielle Unterstützung. Ein großes Danke geht deshalb an die Körber-Stiftung, next.Media Hamburg, die Zeit-Stiftung, das Jugendinformationszentrum Hamburg, Hellweg – Die Profi-Baumärkte, immonet, codecentric und DIVSI – Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet.

Mehr Infos zu Jugend hackt Nord

Gesundheit und offene Daten waren hoch im Kurs bei Jugend hackt Süd

Jugend hackt Süd

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Eva-Maria Kühling

Hatschi? Gesundheit! Gleich zwei der insgesamt 13 Projekte bei Jugend hackt Süd drehten sich um kleine Dinge, die in der Luft schweben: „Gesundheit!“ kümmerte sich um Bäume, die als Pollenschleudern Allergiker/innen das Leben schwer machen, und „Hagrid“ ging es um Feinstaub und Luftqualität im Allgemeinen. Für letzteres laserte sich das Team eine eigene Sensorbox, die die örtliche Luftqualität misst und überprüft. Gemeinsam mit Feinstaubwerten aus dem Open-Data-Portal errechnet sich so ein Luftqualitätssmiley für die eigene Stadt. „Gesundheit!“ wiederum macht sich offene Baumkataster zu nutze: In denen sind die Standorte und Arten der städtischen Bäume verzeichnet, woraus sich individuelle Pollen-Problemintervalle errechnen lassen. Mit einer ganzen Handvoll linearer Algebra lässt sich auch noch die Windrichtung und -stärke einbeziehen, so dass am Ende eine maßgeschneiderte App mit aktuellen Problemzonen in der eigenen Stadt steht. Jedenfalls, wenn diese ihr Baumkataster als Open Data veröffentlicht – die ausrichtende Stadt Ulm tut das leider noch nicht, weswegen im Beispiel auf die offenen Daten aus Wien zurückgegriffen wurde. Wer jemals gefragt wird, wie offene Daten die Lebensqualität verbessern können: Hier ist ein Beispiel, das auch direkt den Jurypreis in der Kategorie „mit Code die Welt verbessern“ gewann.

Auch die Gruppe „Run2Stop“ wollte mit ihrer App die Lebensqualität verbessern. Mit einer Mischung aus OpenStreetMap-Daten und der jeweiligen elektronischen Fahrplanauskunft errechnete das Team je nach persönlicher Gehgeschwindigkeit den optimalen Zeitpunkt, um zur Bushaltestelle aufzubrechen, um dort möglichst wenig warten zu müssen. Diese Idee wurde bei der Abschlusspräsentation auch gleich mit dem Publikumspreis gewürdigt.

Das sind nur einige Beispiele für die tollen Ideen und Umsetzungen, die die insgesamt 60 Teilnehmenden bei Jugend hackt Süd dieses Jahr entwickelten. Begleitet wurden sie dabei von einem tollen Team aus knapp 20 ehrenamtlichen Mentor/innen. Auch Jugend hackt Süd wäre ohne die Unterstützung verschiedener Geldgeber nicht möglich. Wir bedanken uns deshalb sehr herzlich bei der Universität Ulm, der Ulmer Bürgerstiftung, dem Medien-Kompetenzfund  Baden-Württemberg, der Jugendstiftung Baden-Württemberg und exxcelent solutions.

Mehr Infos zu Jugend hackt Süd

  • Alle entstandenen Projekte können auf Hackdash bewundert werden.
  • Die Präsentationen auf media.ccc und Youtube.
  • Die Fotos des Wochenendes gibt es hier zu sehen.
  • Jonathan Günz hat bereits einen tollen Blogpost geschrieben.

Jugend hackt West hackt Köln rund um Themen wie Bildung, Hochwasser und Mobilität

Jugend hackt Süd

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Jan Faßbender

Wer kennt es nicht, morgens klingelt der Wecker, man drückt das erste Mal auf Snooze, das zweite Mal und schon hat man verschlafen. Diesem Problem nahm sich bei Jugend hackt West die Gruppe GetUp an, mit der Idee einer fliegenden Drohne die eingefangen werden muss, damit der Wecker aufhört zu klingeln – quasi Frühsport mit Technik. Mit diesem Projekt sorgten sie bei der Jury nicht nur für den größten AHA-Moment, sondern gewannen auch den Publikumspreis. Insgesamt drehten sich bei Jugend hackt West viele Ideen um Bildung, mit Zing lässt sich beispielsweise der eigene Schulalltag besser organisieren, School-O-Mat möchte über ausgeklügelte Fragebögen Schulen untereinander vergleichbar machen und mit BlankIT lassen sich dank eingebauter Spracherkennung automatisiert Lücken und Abfragetexte erzeugen. Technisch anspruchsvoll wurde es dann bei distributed.js und Internet of Trains, während Floodr eine günstige Eigenbau-Alternative zu sonst teuren Hochwasserfrühwarnsystemen entwickelte und in der Kategorie „Mit Code die Welt verbessern“ überzeugte.

Insgesamt schufen die 60 Jugendlichen bei Jugend hackt West elf fantastische Projekte und begeisterten damit nicht nur das Publikum an Sonntag, sondern auch die rund 20 ehrenamtlichen Mentor/innen, die sie das Wochenende über betreuten. Organisiert wurde Jugend hackt West vor Ort von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, finanziell möglich gemacht hat es die Unterstützung der Stadt Köln, des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, der MedienStiftung Kultur und codecentric. Wir sagen herzlichen Dank!

Mehr Infos zu Jugend hackt West

  • Alle entstandenen Projekte können auf Hackdash bewundert werden.
  • Die Präsentationen auf Youtube.
  • Die Fotos des Wochenendes gibt es hier zu sehen.

Übrigens: Wer am Wochenende in Berlin ist und noch nichts vorhat: Die Deutsche Bahn macht einen Open Data Hackday. Gerade weil auch auf den Regioevents viele Projekte zu Mobilität entstanden sind, ist das Thema aktuell. Hier geht’s zur Anmeldung!

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