Jugend hackt in Berlin – wieder mit Austausch mit re:coded und mit neuem Workshop

Ein großer Tisch in einem dunklen Raum, sieben Menschen sitzen um ihn herum und debattieren. Auf dem Tisch liegen Poster, auf denen sie Ideen aufschreiben.

CC BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Leonard Wolf

Wer hätte das 2013 gedacht – dieses Jahr laden wir schon zum siebten Mal zu Jugend hackt in Berlin ein! Vom 4. bis 6. Oktober 2019 treffen wir uns alle in der Hauptstadt, um gemeinsam mit Code nicht nur die Welt, nein, sogar die Um:welt zu verbessern. Wir, das sind 120 Teilnehmer*innen plus rund 50 Mentor*innen und nicht wenige Helfer*innen vor und hinter den Kulissen.

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Und wo? In diesem Absatz würdest du eigentlich etwas zu unserer diesjährigen Location lesen – die können wir aber gerade noch nicht verraten. Sie wird aber sehr toll sein! Es dauert nicht mehr lang, bis die Tinte unter dem Vertrag trocken ist. Dann erfährst du hier, wo wir unser Wochenende verbringen. Warum wir so kurzfristig den Veranstaltungsort wechseln mussten, haben wir schon einmal aufgeschrieben.

Unser Jahresmotto

Der Themenschwerpunkt von Jugend hackt lautet dieses Jahr MIT CODE DIE UM:WELT VERBESSERN: Aktuell gehen viele junge Menschen auf die Straße, um bei „Fridays for Future“ dafür zu demonstrieren, die Klimakrise und seine Folgen ernst zu nehmen. Die aktuellen politischen Klimaziele – wie der Plan zum Kohleausstieg der Bundesregierung – greifen immer noch zu kurz. Wir wollen diesen Impuls aufnehmen und freuen uns auf eure Visionen und Lösungen für eine bessere Gesellschaft in Anbetracht der Klimakrise und ihren Folgen. Andere Themen sind wie immer auch willkommen!

An drei spannenden und ereignisreichen Tagen in Berlin hast du Zeit, gemeinsam mit einem kleinen Team eine eigene digitale Anwendung zu entwickeln oder an einem Hardwareprojekt zu werkeln. Egal für welche Idee du dich entscheidest oder ob dein Projekt komplett umgesetzt werden kann – hier hast du die Möglichkeit gemeinsam mit anderen Interessierten etwas Neues auszuprobieren und dazu zu lernen. Für leckeres Essen ist gesorgt. Außerdem steht dir ein tolles Team von Mentor*innen mit verschiedenen Skills bei Fragen zur Seite.

Einen guten Eindruck von Jugend hackt in Berlin bekommst du in unserem Rückblick auf das Event 2018.

Neben dem Hackathon: Der Workshop „Remixing the Garden“

Dieses Jahr wollen wir dir neben dem bekannten Hackathon, bei dem du in einer Gruppe an einem selbstgewählten Projekt oder Prototypen arbeitest, noch eine andere Form der Teilnahme anbieten. Beim Workshop „Remixing the Garden – Plant the Future“ geht es um den Garten der Zukunft. Darin remixt du selbst gesammeltes digitales Material aus einem Park oder Garten in der Nähe mit existierenden digitalen Daten zum Beispiel aus dem Park Sanssouci – mit 3D-Scans, VR/AR, Video und natürlich Code. Ist der Garten der Zukunft nur noch virtuell? Kann man Gärtner*innen durch Technik ersetzen? Die Medienkünstlerin Magdalena Kovarik und der Medienwissenschaftler Benjamin Egger von der FH Potsdam leiten dich mit diesen und anderen Fragen durch den Workshop.

Egal, ob du dich vor Ort für die bekannte Projektarbeit im Hackathon oder für den Workshop entscheidest: Melde dich jetzt für Jugend hackt in Berlin an – und warte nicht zu lange, es geht nur noch bis zum 8. September!

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re:coded sind wieder dabei!

Im vergangenen Jahr hatten wir erstmalig Besuch aus der Türkei: Elf junge Coder*innen, die dort am Coding-Bootcamp des Vereins re:coded teilgenommen hatten, waren nicht nur am Hackathon-Wochenende dabei, sondern haben auch die drei Tage davor mit 12 deutschen Teilnehmer*innen in Berlin verbracht. Das hat so viel Spaß gemacht (hier die Beweisfotos), dass wir es dieses Jahr wiederholen werden:

Eine Gruppe Jugendlicher steht im Kreis, einer in der Mitte hält ein Stoff-Alpaka in der Hand, alle lachen.

CC BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Leonard Wolf

Vom 1. bis 3. Oktober kommen acht Jugendliche und vier Mentor*innen aus der Türkei nach Berlin. Gemeinsam mit ebenso vielen deutschen Jugendlichen und Mentor*innen werden wir Berliner Tech-Einrichtungen besuchen und in Workshops miteinander arbeiten. Wenn du also vor dem Hackathon-Wochenende noch Lust auf Austausch hast und erfahren willst, wie es jungen Menschen in der Türkei geht und gemeinsam mit ihnen Berlin erleben willst, melde dich dafür an – natürlich kostenlos und ebenfalls bis zum 8. September. Wir helfen dir auch dabei, für die Tage schulfrei zu beantragen.

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Wir sehen uns in Berlin! Sei dabei und bring deine Freund*innen mit!

Unser erster Diversity-Workshop

Wer Jugend hackt schon länger verfolgt, wird vermutlich hier und dort bereits über das Wort gestolpert sein: Diversity. Sei es, dass wir in unserem Code of Conduct darüber schreiben, dass wir uns wünschen, dass die Tech-Szene bunter wird, oder dass wir Diversity-Plätze für unsere Hackathons ausschreiben.

Dann kommt es immer mal wieder vor, dass wir gefragt werden, was denn diese Diversity-Plätze sind. Oder was wir unter Diversity verstehen. Unter Diversität verstehen wir alles, was nicht per se weiß, männlich und dem Stereotyp des „Hackers“ und Programmierers entspricht. Wobei dieses Stockfoto-Stereotyp ohnehin bisher bei keinem unserer Events anzutreffen war.

CC BY 4.0 Tobias Fritz (2), Jacob Waak, Leonard Wolf

Diversität umfasst für uns Herkunft, Geschlecht, ökonomischer Hintergrund, Gender, Bildungshintergrund, körperliche oder gesundheitliche Einschränkungen oder Beeinträchtigungen. Allgemein gefasst: Personen, deren individuelle Hintergründe ihnen bisher den Zugang zur Tech-Welt nicht nahegelegt oder erschwert haben. Und diese Liste ist noch längst nicht vollständig.

Wenn ihr überlegt, bei Jugend hackt teilzunehmen und ihr euch nicht sicher seid, ob ihr es tun solltet, macht es! Schaut euch auch gerne unsere Videos an: Wir haben Abraham und Rebecca bei unseren Events begleitet und sie haben uns aus ihrer Perspektive von ihrer Erfahrungen berichtet. Außerdem könnt ihr euch jederzeit auch an diversity@jugendhackt.org wenden und uns eure Fragen stellen.

Wir tun bei Jugend hackt bereits einiges, um eine möglichst vielfältige Zielgruppe anzusprechen. Im Fragebogen, den du bei der Anmeldung ausfüllen musst, verzichten wir bewusst darauf, zum Beispiel einzelne Programmiersprachen abzufragen. Stattdessen fragen wir, was dich motiviert, nach Ideen, wie man die Welt verbessern könnte, ob du bereits Erfahrungen in Form von eigenen Projekten hast, und wenn ja, welche das sind.

Wir wollen auch nicht nur über Diversity reden, sondern wollen es auch vorleben. Daher achten wir auch bei unseren Mentor*innen-Teams darauf, eine möglichst bunte Zusammenstellung zu haben. Wir freuen uns jedes Mal, wenn uns Anfragen potentieller Mentor*innen erreichen, die sich einbringen möchten!

Ein erster Workshop für unser Team

Außerdem haben wir im Januar unseren ersten Diversity-Workshop für unser Team veranstaltet. Denn ja, wir tun schon einiges, aber wir sind der Überzeugung, da geht immer noch etwas mehr. Dieser erste Workshop drehte sich um die Zielgruppe „Mädchen und junge Frauen“. Gemeinsam mit Expertinnen (vielen lieben Dank!) aus der Tech-Szene sowie aus den Orga-Teams der Städte-Events gingen wir angeleitet von jackie der Sache „weiblich und jenseits des binären Gendersspektrums bei Jugend hackt” auf den Grund.

Wir hatten die tolle Gelegenheit, gemeinsam mit den Expertinnen über unsere bisherigen Erfahrungen bei Jugend hackt hinsichtlich Geschlechterdiversität zu sprechen und uns ihre Meinung zu unseren Erfolgen oder (gefühlten) ausbleibenden Erfolgen einzuholen.

Die Gespräche zeigten uns vor allem, dass vieles, was wir bisher als kleine Zwischenerfolge verbucht hatten, für Außenstehende gar nicht mal so klein wirkt und wir schon viel weiter sind, als wir uns bisher zugestanden hatten. In einem weiteren Schritt haben wir an Strategien gearbeitet, wie wir in Zukunft mehr Mädchen erreichen können und auch an Optimierungen für die Veranstaltungen selber.

Abschließend haben wir Ideen und Ziele für die Zukunft gesammelt. Dabei reichten unsere Überlegungen von selbst gesetzten Quoten für Teilnehmerinnen und Mentorinnen, eigene Veranstaltungen nur für Mädchen und nicht-binäre Menschen, neue Veranstaltungsformate außerhalb der Hackathons (wie zum Beispiel unsere Labs), mehr Vernetzung mit anderen Förderinitiativen, um so die Vielfältigkeit aufzuzeigen, und vieles, vieles mehr.

Dieser Workshop war der erste einer Reihe. Nach und nach möchten wir uns so bewusst wie möglich mit Diversity auseinandersetzen und uns und unser Handeln immer wieder aufs neue hinterfragen und dazulernen.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Expert*innen für euer geteiltes Wissen und eure Zeit!  Sie alle sind in sehr vielen Organisationen aktiv – hinter den Namen sind nur einige davon aufgeführt.

Ein Teil unserer Expertinnen hat vorgeschlagen, ihr Workshop-Honorar für einen guten Zweck zu spenden und wir freuen uns sehr, dass wir als Jugend hackt-Programm in ihrem Namen insgesamt 300 Euro an das Open Source Diversity-Projekt des open collective spenden können und damit den Hauptspendenanteil dieses großartigen Projekts ausmachen! Open Source Diversity setzt sich nämlich dafür ein, mehr Diversität und Inklusion in Open Source Communities zu bringen, was wir großartig und unterstützenswert finden!

Ihr seht, wir haben bereits viel vor – aber es gibt noch eine Sache mehr zu erzählen! Cin (seit 2015 bei Jugend hackt Berlin und seit 2017 als studentische Mitarbeit im Orga-Team) ist mit dem studentisch sein fast fertig. Das heißt, die Masterarbeit steht an und da Cin Bildungswissenschaften studiert und sich darüber hinaus viel mit Gender(studies) in der MINT-Bildung beschäftigt, wird er*sie in Folge dieser Arbeit eine Diversitätsstrategie für Jugend hackt entwickeln. Cin ist gespannt und wir hoffen, ihr auch!

Die Jugend hackt Labs sind gestartet

Am Samstag, den 13. Juli sind endlich die Jugend hackt Labs gestartet!

Nach Monaten des Planens, Ankündigen und Wartens haben wir eine neue Projektphase erreicht. Und der Auftakt war grandios! Trotz Konkurrenz durch bestes Sommerwetter haben in Fürstenberg elf Teilnehmende Umweltsensoren gebaut, und in Ulm fanden sich 15 Jugendliche zusammen, um unter dem Motto „Let’s play to save the world“ Computerspiele zu entwickeln.

Umweltsensoren in Fürstenberg

In Fürstenberg haben die Jugendlichen in Teams Bausätze für Umweltsensoren zusammengesetzt. Gemeinsam mit den Mentor*innen, aber auch in Form von Peer-Learning, haben sie danach mit der Programmierung der Mikrocontroller begonnen.

Die Sensoren sollen in Fürstenberg an verschiedenen Plätzen angebracht werden, um so langfristig Offene Daten zu erheben, mit denen man weiterarbeiten kann – sei es in Form von individuellen oder gemeinschaftlichen Projekten, aber auch, um die Stadtentwicklung beobachten zu können.

Die Märkische Allgemeine schickte zum Termin einen Reporter.

Im Verstehbahnhof geht es an diesem Samstag, den 27. Juli, bereits weiter. Auch dieser Termin ist ein Offenes Coden, Tüfteln und Weltverbessern, bei dem die Jugendlichen an ihren Sensoren weiterarbeiten können, daneben bietet das Haus ein schier unendliches Angebot an Möglichkeiten.

Game Jam in Ulm

Beim Game Jam haben die Teilnehmenden eigene Computerspiele entwickelt. Die Spieleentwicklerin Kathrin Radtke hatte vorweg das Tool bitsy vorgestellt, mit dem man im Browserfenster ganz ohne zu programmieren Spiele bauen kann. Allen stand aber natürlich offen, auch mit anderen Anwendungen oder Programmiersprachen zu arbeiten.

In einer kurzen Brainstorming-Phase überlegten die Teilnehmenden, für welche Probleme sie mit einem Spiel sensibilisieren wollen und was sie zur Umsetzung benötigen. Danach legten die Gruppen los.

Die Jugendlichen konnten schon auf diesem ersten Termin erste Prototypen fertigstellen: In einem in Scratch programmierten Spiel ist man Inhaber*in eines Supermarktes und muss entscheiden, ob man Produkte mit oder ohne Bio-Gütesiegel verkauft. Mit bitsy entstanden Abenteuer, die auf Artensterben und bedrohte Tierarten und Lebensräume hinweisen.

Seit dem Auftakt am 13. Juli hat in Ulm vor einigen Tagen bereits der zweite Lab-Termin stattgefunden, der ein so genannter “offener Termin” war. Offen bedeutet hier, dass kein festes Programm für diese Treffen feststeht. Alle sind eingeladen, eigene Projekte mitzubringen, an denen sie weiterbauen wollen. Man kann sich auch einfach so treffen, um Dinge auszuprobieren und es gibt vom Team vor Ort auch immer kleine optionale Angebote.

So konnten bei diesem zweiten Termin unter anderem die Teilnehmenden des ersten Workshops an ihren Spielen weiterarbeiten, oder auch Retro-Spielekonsolen bauen und ausprobieren.

Ausblick

An beiden Standorten hatten wir eine sehr heterogene Gruppe von Teilnehmer*innen, was uns immer sehr freut. Es waren einige bekannte Gesichter dabei und Jugendliche, die bereits an Hackathons teilgenommen haben, aber auch Mädchen und Jungen, die zum ersten Mal zu einem Jugend hackt-Angebot gefunden hatten. Alle brachten unterschiedliche Vorkenntnisse und Interessensschwerpunkte mit, die sie in der Arbeit in den Teams perfekt genutzt haben.

Das bestärkt uns in unserer Arbeit und in der Vision, die wir für die Labs haben – als Orte der Vernetzung und des Austausches, des ersten Kontakts mit der Coding-/Design-/Making-Community, zum Vertiefen von Wissen und zum interdisziplinären Arbeiten, in dem sich jede*r mit seinen*ihren Fähigkeiten einbringen kann.

Diese neue Projektphase ist uns als Organisator*innen besonders spannend, da wir ab nun unsere Überlegungen und Planungen in der Praxis erproben und adaptieren können. Wir können Feedback von Teilnehmenden, aber auch von Unterstützer*innen, wie den ehrenamtlichen Mentor*innen, einholen. Und wir sind bestens gerüstet für das Wachstum, das nächstes Jahr im Rahmen der SKala-Förderung passiert.

Regelmäßige Termin-Updates gibt es auf unserer Labs-Seite und auch auf den Seiten des Verschwörhauses oder des Verstehbahnhofes.