Metawahl: Wahl-o-Mat im Remix – Vincent Ahrend (Lightning Talk 2019

Der Wahl-O-Mat ist ein tolles Tool der Bundeszentrale für politische Bildung: Schon seit 2002 hilft er vor wichtigen Wahlen bei der persönlichen Entscheidung, bei welcher Partei man das Kreuzchen setzen sollte. Nach der Wahl verschwinden die aus den Parteiprogrammen gewonnenen Fragen und Antworten wieder. Schade, sagt der Entwickler Vincent Ahrend, denn damit kann man noch einiges mehr machen.

Er hat sich die Daten des Wahl-O-Mats über die Jahre rechtzeitig gespeichert und kann damit nachvollziehbar machen, bei welchen politischen Themen Parteien mit der Zeit (oder je nach Bundesland und Wahl) ihre Einstellung ändern – zum Beispiel bei der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs oder beim Religionsunterricht.

Vincents Projekt Metawahl kann aber noch mehr: Als zweite Datenquelle fügt er die öffentlichen Wahlergebnisse hinzu und bringt damit die wichtigsten Themen der Wahl mit ihrem Ausgang zusammen. Dadurch lassen sich ganz neue Aussagen über das Wahlverhalten über die Jahre treffen. An die Datensätze zu kommen ist nicht ganz einfach, da sie meistens nicht praktisch maschinenlesbar vorliegen. Mit eigenen Tools (sogenannten Webscrapern) und Handarbeit sammelt Vincent sie im Web für Metawahl zusammen.

Hier gibt es auch noch ein Interview mit Vincent bei den Demokratielaboren.

Das Video bei Youtube und auf media.ccc.de.

Jugend hackt und hello world

Die entscheidende Information gleich zu Beginn: hello world, das bisherige Programm von Jugend hackt für Einsteiger*innen, wird eigenständig. Ab sofort hat hello world eine eigene Webseite und wird mit neuen Angeboten und Standorten wachsen. Dafür gibt es gute Gründe – zur Erklärung müssen wir aber kurz etwas ausholen und die Entstehungsgeschichte von hello world aufschreiben

Seit der Gründung von Jugend hackt im Jahr 2013 haben wir ein buntes Haus für Jugendliche errichtet, die mit Code die Welt verbessern möchten. Was das genau bedeutet, haben wir immer wieder überprüft, neu gedacht und erweitert.

Schon früh haben wir unsere Kernzielgruppe festgelegt und auch erreicht: Jugendliche, die bereits ein (meist selbst beigebrachtes) technisches Verständnis haben und die damit Gesellschaft gestalten möchten. Gleichzeitig haben uns schon immer Jugendliche besucht, die wenig bis gar keine Erfahrung mit Programmieren und Co. haben. Diese haben wir nicht aktiv gesucht, aber auch nie ausgeschlossen. Uns war es immer wichtig, möglichst inklusiv und offen für alle zu sein. Auf den Events konnten wir das durch unsere vielen tollen ehrenamtlichen Mentor*innen, die häufig auch bei anderen Coding-Einsteiger*innen-Initiativen aktiv sind, auffangen.

Dennoch wurde deutlich, dass es für diese Zielgruppe eigene Formate und Methoden braucht, die wir nicht so einfach nebenbei entwickeln konnten. Wir waren lange auf der Suche nach Ansätzen, die unseren Anspruch erfüllen, Coding für Einsteiger*innen als Chance zur gesellschaftlichen Mitgestaltung zu vermitteln, nicht nur als Befähigung für zukünftige Jobs.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Anna Henatsch

Glücklicherweise kam 2016 das Land NRW mit der Anfrage auf uns zu, ob wir ein solches Angebot entwickeln möchten. Mit unserem Kooperationspartner, der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, die bereits das jährliche Jugend hackt in Köln veranstaltete, war der natürliche Partner für die Entwicklung des Einsteiger*innenformats schnell gefunden. Dank der Förderung durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen konnte das Projekt “Jugend hackt: hello world” im Jahr 2017 starten. Die Kolleg*innen haben seitdem rund 100 Workshops durchgeführt, Methoden als OER veröffentlichtd und vielfältige Erfahrungen gemacht, wie Coding, Making und Robotik an Einsteiger*innen vermittelt werden können. Auch in Österreich wurde 2017 ein hello world Standort gegründet. In Linz finden in Kooperation mit der Stadtbibliothek seither alle zwei Wochen Workshops statt. Weitere Orte im deutschsprachigen Raum sind in Planung.

Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass dies zwar ein schöner und sinnvoller Ausbau unseres Hauses ist, die Zielgruppen von Jugend hackt und der Angebote von hello world sich dabei aber deutlich unterscheiden – mit hello world als regionalem Einstiegs-Angebot in der Jugendarbeit und Jugend hackt für Fortgeschrittene im deutschsprachigen Raum.

Parallel entwickeln wir im Jugend hackt-Netzwerk gerade die Jugend hackt-Labs, ein dauerhaftes Angebot für unsere Kernzielgruppe, erstmal an zwei Orten in Deutschland. Dies erfordert – neben den stetig wachsenden Anzahl an Hackathons und den internationalen Aktivitäten wie Vernetzte Welten zusammen mit dem Goethe-Institut – die gesamte Aufmerksamkeit von Jugend hackt, ebenso wie hello world als Programm ganze Aufmerksamkeit verdient hat.

Um diese unterschiedlichen Entwicklungen und Ansätze auch nach außen zu tragen, bekommt hello world daher ab sofort einen eigenen Auftritt: www.hellohelloworld.org, sowie auf Twitter und Instagram.

Aus “Jugend hackt: hello world” wird: “hello world”. Mit einem neuen Design und einer eigenen Homepage wird hello world eigenständig und erweitert außerdem das eigene Angebot. Neben jährlich 40 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, die einen spielerischen Einstieg in die Welt der Technik vermitteln, entstehen Schulungsangebote für pädagogische Fachkräfte. Dabei geht es um die Vertiefung spezieller Themen wie etwa dem Einsatz von 3D-Druck in der Jugendarbeit, Praxisprojekten mit Mikrocontrollern für Kinder und Jugendliche oder einen Überblick über verschiedene programmierbare Roboter und entsprechende Methoden. Zudem entstehen aktuell längerfristige Kooperationen mit außerschulischen Bildungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, in denen wiederkehrende Angebote von hello world etabliert werden. Im Mai findet parallel zu Jugend hackt in Köln wie schon im letzten Jahr ein zweitägiger Hackathon von hello world für Einsteiger*innen statt.

Dabei bleiben beide Projekte enge Netzwerkpartner und arbeiten auch in Zukunft Hand in Hand. Schon jetzt sind zahlreiche Freundin*innen von Jugend hackt dabei, die Angebote von hello world auch in ihren Heimatregionen zu verwirklichen. Dafür schafft das hello world-Team von Köln aus eine neue Plattform und freut sich auf regen Austausch.

Als Berliner Team konzentrieren wir uns weiter auf unser Kernangebot und die vielen Ecken im Haus, die es noch auf- und auszubauen gilt. Wir freuen uns sehr, dass die Fachstelle Jugendmedienkultur NRW damit das ganze Projekt übernimmt, wünschen frohes Richtfest und einen tollen Start für hello world!

Mit Projektideen der Demokratielabore die Zukunft angehen

Das Internet läuft, dein Smartphone ist bereit, das Jugendzentrum hat auf – und jetzt fehlt noch eine gute Idee, was für ein sinnvolles Projekt du eigentlich mal gemeinsam mit anderen durchziehen könntest. Da haben unsere Mitstreiter*innen vom Projekt Demokratielabore etwas vorbereitet: Sie geben dir Anregungen, wie du mit digitalen Werkzeugen aktiv die Gesellschaft mitgestalten kannst.

Auf ihrer Materialsammlung haben sie Ideen für Projekte gesammelt, die man alleine oder in der Gruppe angehen kann. Dabei gibt es zwei Themengebiete: Die Stadt der Zukunft und Die Gesellschaft der Zukunft. Darin findest du Anleitungen und konkrete Vorschläge, zum Beispiel: Wie kann ich mit Hilfe von Videos die eigene Meinung veröffentlichen? Was kann ich mit Computerspielen erreichen? Welche Möglichkeiten bieten mir offene Daten?

Die Materialsammlung ist eine Selbstlernplattform für alle interessierte Menschen, auf der sie sich informieren, selbstständig stöbern und Ideen für eigene Projekte finden können. Lass dich davon inspirieren und finde die passenden Tutorials, um loszulegen. Die Plattform ist so angelegt, dass du sie auch mit deinen eigenen Ideen ergänzen kannst. So kannst du eigene Projektideen hochladen und mit anderen teilen.

Die Inhalte der Plattform – insbesondere die Themen und Tools – sind gemeinsam mit den Initiativen youthpolicy lab, mediale pfade.org e.V und Creative Gaming entstanden und, falls nicht anders angegeben, unter der Creative Commons Lizenz CC-BY 4.0, OKF DE verwendbar.