Bundesfreiwilligendienst bei Jugend hackt!?

Mein Name ist Lea, ich bin 18 Jahre alt und die aktuelle Bundesfreiwillige der Open Knowledge Foundation (OKF). Bereits ein Jahr ist es nun her, dass ich mein Abitur geschrieben und mir Gedanken darüber gemacht habe, welchen Weg ich danach einschlagen möchte. Gelandet bin ich beim Freiwilligen Jahr Beteiligung (FJB) und arbeite jetzt schon seit einem halben Jahr bei der OKF. Von meinem Arbeitsalltag und der Betreuung durch meinen Träger möchte ich euch hier etwas erzählen.

Was ist ein Bundesfreiwilligendienst?

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist vergleichbar mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ). Beide Formate ermöglichen es, sich für i.d.R. 12 Monate in Schulen oder sozialen Einrichtungen zu engagieren. Dabei hat man die Möglichkeit, in einen Arbeitsalltag einzutauchen, sich beruflich zu orientieren und viele neue Erfahrungen zu sammeln. Der wesentliche Unterschied zwischen BFD und FSJ besteht darin, dass ein FSJ nur bis zum 27. Lebensjahr gemacht werden kann und ein BFD altersunabhängig ist. Auch ist es möglich im Laufe der Jahre mehrere BFDs zu absolvieren, während man nur ein FSJ machen darf.

Woran arbeite ich in der OKF?

Die Open Knowledge Foundation (OKF) ist eine Dachorganisation für viele unterschiedliche Projekte, die mit offenem Wissen, offenen Daten, Transparenz und Beteiligung zusammenhängen. Ich arbeite bei drei dieser Projekte mit: Den Demokratielaboren, Jugend hackt und FragDenStaat.de.

Jugend hackt ist ein Programm zur Förderung des Programmiernachwuchses im deutschsprachigen Raum: Unter dem Motto “Mit Code die Welt verbessern” tüfteln die Teilnehmer*innen im Rahmen von Wochenendveranstaltungen in verschiedenen Städten gemeinsam an Prototypen, digitalen Werkzeugen und Konzepten für ihre Vision einer besseren Gesellschaft.

FragDenStaat.de ermöglicht es jedem Menschen unabhängig von Alter oder Herkunft Anfragen nach den deutschen Informationsgesetzen zu stellen. Fragen und Antworten werden transparent auf der Website dokumentiert. Ziel ist es, die Frage nach einer Behördenauskunft für alle Menschen zu erleichtern, sowohl die Anfragen der Bürger*innen als auch die Antworten der Behörden transparent zu dokumentieren und eine Kultur der Informationsfreiheit in Deutschland zu etablieren sowie die zugrunde liegenden Gesetze zu stärken.

Während ich bei FragDenStaat.de hauptsächlich verschiedene Rechercheaufgaben übernehme, die Website mitbetreue und dafür verantwortlich bin, Merchandise zu verschicken, beschäftige ich mich bei Jugend hackt vor allem mit Öffentlichkeitsarbeit. Ich verwalte beispielsweise die Facebookseite und den Instagramaccount, schreibe regelmäßig Blogposts und erstelle den Newsletter. Außerdem kümmere ich mich im Rahmen des Berliner Jugend hackt-Events um die Teilnehmer*innenbetreuung, bestelle Material und Merchandise und helfe bei Vor- und Nachbereitung mit. Hinter die Kulissen der Jugend hackt-Events zu blicken, gehört zu den spannendsten Erfahrungen, die ich in meinem freiwilligen Jahr bis jetzt machen durfte!

Darüber hinaus bin ich bei Planungstreffen der drei Projekte dabei und bekomme bei Team-Meetings in der OKF einen Einblick in die Strukturen einer NGO. Besonders zu schätzen weiß ich, dass meine Meinung immer gehört und berücksichtigt wird.

Meine Aufgaben erweitern sich häufig, weshalb nie Langeweile aufkommt und ich ständig Neues lerne – beispielsweise Buchführung oder die Grundzüge von HTML und CSS.

Wie sieht meine Betreuung durch das FJB aus?

Der Träger Freiwilliges Jahr Beteiligung unterscheidet sich stark von anderen BFD-Trägern, denn alle Einsatzstellen haben mit Jugendbeteiligung zu tun – statt in Krankenhäusern, Kindergärten und Pflegeheimen sind verschiedene Jugendzentren, Schulen, Stiftungen und Vereine Einsatzstellen. Auch während der Seminare und in der persönlichen Betreuung durch den Träger stehen die Wünsche und Bedürfnisse sowie der persönliche Lernprozess der Freiwilligen stets im Vordergrund. In einer Gruppe aus zwanzig Freiwilligen haben wir regelmäßig Seminartage und -fahrten, an denen wir politische Themen, die uns interessieren, behandeln oder mehr über Jugendbeteiligung(-sstrukturen) lernen. Jede*r Freiwillige hat darüber hinaus eine*n persönliche*n Betreuer*in, der*die für alle Fragen und Probleme ein offenes Ohr hat.

Du möchtest der*die nächste Freiwillige der OKF werden?

Ich bin froh, dass ich mich entschieden habe, meinen Freiwilligendienst bei der Open Knowledge Foundation zu machen. Dort fühle ich mich dank meiner Betreuer*innen Paula und Arne und den netten Kolleg*innen sehr wohl und mache viele spannende neue Erfahrungen.

Du hast Lust, der oder die nächste Freiwillige der OKF zu werden?

Hier findest du Informationen zum BFD bei der Open Knowledge Foundation und die Möglichkeit dich zu bewerben.

Solltest du weitere Fragen haben, schreib mir gerne einfach eine Mail. Wir freuen uns auf dich!

 

Ganz viel Inhalt und dazu noch Diversity-Plätze

Das Jugend hackt Jahr 2018 nimmt langsam an Fahrt auf. Den Start machen dieses Jahr Köln, Schwerin und Frankfurt/Main. Das Team unseres Neuzugangs Schwerin hat sich schon in diesem Blogpost vorgestellt. Jetzt ziehen Köln und Frankfurt nach! Welche Themen wir bei beiden Events in den Mittelpunkt stellen, erfahrt ihr weiter unten.

Du bist dir (noch) nicht sicher, ob Jugend hackt das Richtige für dich ist?

Wir sind uns sicher, wenn du schon hier gelandet bist, dann ist auch Jugend hackt das Richtige für dich :) Du kannst dich aber auch gerne von unserer Teilnehmerin Rebecca und unserer Mentorin Fiona überzeugen lassen.

Diversity-Plätze <3

Außerdem haben wir für die anstehenden Events in Köln, Schwerin und Frankfurt ein paar reservierte Diversity-Plätze. Diese sind explizit für Mädchen*, Jugendliche mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund und andere Menschen, die viel zu selten mit Technik in Verbindung gebracht werden, reserviert. Wenn das auf dich zutrifft und du Lust auf Jugend hackt hast, dann schreib uns doch kurz an info@jugendhackt.org.

Warum wir denken, dass das wichtig ist, kannst du in unserem Code of Conduct nachlesen.

Das Motto in Köln: Wir sind nicht Alle!

Schon bald startet Jugend hackt in Köln in die vierte Runde! Vom 11.-13. Mai findet #jhcgn2018 im Tor 28 in Köln statt. In diesem Jahr möchten wir uns besonders mit dem Thema Diversität, bzw. Vielfalt beschäftigen:

Jugend hackt heißt, mit Code die Welt zu verbessern. Nicht nur für uns, nicht für einzelne Gruppen, sondern für alle Menschen. Um das zu schaffen, müssen wir offen sein. Denn ganz gleich, wie viele Menschen wir kennen, für wie viele wir sprechen: Wir sind nicht Alle! Es gibt immer noch mehr Menschen, die es mit ihren Bedürfnissen wahrzunehmen gilt. Mehr Meinungen, die gehört werden wollen. Mehr Einzigartigkeit, die respektiert werden muss.

Bei Jugend hackt in Köln wollen wir Ideen und Werkzeuge entwerfen, die manch ungehörter Gruppe mehr Gehör verschaffen können. Die zeigen, dass Vielfalt Normalität ist. Die Filterblasen platzen lassen. Die Diskriminierung auflösen können und dazu beitragen, dass mehr von „anders” zu „uns” gehört.

Durchgeführt wird das Event von die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW als regionaler Partner vor Ort. Kooperationspartner ist die Stadt Köln. Als Förderer und Sponsoren wirkten codecentric AG, REWE Systems, Adesso insurance solutions, cyber:con GmbH und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Motto in Frankfurt/Main: Gemeinsam anders sein

Im Juli 2017 fand das erste Jugend hackt Frankfurt/Main im Rahmen des Festivals NODE Forum for Digital Arts statt. Und weil es richtig gut war und super spannende Projekte dabei entstanden sind, verkünden wir hiermit feierlich: Tadaa! Das Jugend hackt Frankfurt/Main 2018 findet statt! Vom 15. bis 17. Juni sind wir im Museum für Kommunikation Frankfurt – also quasi nachts im Museum \o/

Wie immer unter dem Jugend hackt-Motto “Mit Code die Welt verbessern” denken wir dieses Jahr besonders darüber nach, wie wir im Netz “Gemeinsam anders sein” können. Was kannst Du dazu beitragen, dass die digitale Gesellschaft offener, bunter und vielfältiger wird? Was müssen wir entwickeln und verändern, damit möglichst viele Menschen mitmachen und gesehen werden? An den drei Tagen werden wir diskutieren, Technologie hinterfragen, programmieren, experimentieren und Prototypen entwickeln.

Vor Ort durchgeführt wird das Event vom NODE e.V. Partner und Förderer sind außerdem das Museum für Kommunikation, das Jugend- und Sozialamt und das Kommunale Jugendbildungswerk Frankfurt. Zusätzlich finanziell unterstützt wird Jugend hackt in Frankfurt dieses Jahr u.a. von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt und der DENIC eG.

Jetzt anmelden!

Ihr findet die Themen genauso spannend, wie wir? Dann nichts wie ran an die Tasten und Anmelden :)

Anmelden für Köln
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Anmelden für Frankfurt/Main

Natürlich könnt ihr, wie immer bei Jugend hackt, auch zu anderen Themen, die euch interessieren, Projekte entwickeln.

In Linz beginnt’s…

Nach 5 Ausgaben von „Hello World“ in Linz ist es nun an der Zeit, ein erstes Resümée zu ziehen: Wir freuen uns riesig, dass bereits über 100 Kinder und Jugendliche an unserem Angebot teilgenommen haben und sind überwältigt vom großen Interesse: Die nächsten Termine sind bereits auf zwei Monate hinweg ausgebucht!

Foto: CC BY 4.0 Stadt Linz/Krenn

Besonders freuen wir uns auch über die lebendigen Diskussionsbeiträge. Ob es um selbstfahrende Autos, Haushaltsroboter oder Überwachung geht: Viele kritische Überlegungen und gute Ideen, die Welt zu verbessern, sind in unseren abschließenden Reflexionsrunden bereits heiß diskutiert worden. Denn dass der Einsatz von Technik auch immer mit Verantwortung verbunden ist, ist allen unserer jungen Teilnehmer*innen klar. Dass Kinder umsichtig über die ethische Frage „Was soll ich tun?“ nachdenken und diskutieren, darüber sind offenbar viele Erwachsene erstaunt. Umso mehr freut es uns, dass wir damit auch ein wenig die Wahrnehmung der Eltern verändern. Denn alle zwei Wochen beweist unser junges Publikum, dass es sich mit Kreativität und Weitsicht über viele Dinge unserer digitalisierten Welt Gedanken macht und bereit ist, Technik selbst und verantwortungsvoll in die Hand zu nehmen!

 

Nächstes Highlight ist der „Tag der digitalen Bibliothek“ am 11. April 2018, an dem von 14 bis 20 Uhr ganz unverbindlich und in offener Atmosphäre in die Formate von „Hello World“ reingeschnuppert werden kann.

Noch bis 5. Oktober 2018 und den ganzen Sommer hindurch können wir weitere 20 Ausgaben von „Hello World“ anbieten. Wir freuen uns also noch auf viele neue Erfahrungen und einen regen Austausch mit euch!