Biometrische Systeme hacken kann doch jede*r – starbug (Lightning Talk 2017)

starbug beschäftigt sich im CCC schon seit über zehn Jahren mit biometrischen Systemen und wie man sie überwindet. Dazu gehören Verfahren wie Fingerabdrucksensoren, Gesichtserkennung, Iriserkennung und mittlerweile auch Venenerkennung. Seine Frage: Warum macht das nicht jede*r?

Ein Blick in die Nuller Jahre: Fingerabdrucksensoren in Computermäusen und -tastaturen haben ein so schlechtes Sicherheitskonzept, dass man sie einfach per Anhauchen austricksen kann. Der CCC bringt das Thema Biometrie in die Medien, nachdem jemand den Fingerabdruck des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble von einem Trinkglas besorgt. Sekundenkleber, Laserdrucker, Holzleim – fertig ist die Attrappe für den eigenen Finger. Mittlerweile reicht auch schon ein gutes Foto einer Hand, um einen Fingerabdruck zu übernehmen.

Aktuell kommt man in Sachen Gesichts- und Iriserkennung mit Fotos und ein paar einfachen Tricks wie Infrarotfotografie an vielen Systemen vorbei, selbst bei relativ neuen Handys. Fortschritte in der Echtzeit-Videoberechnung, mit der man seine eigene Mimik auf das Video einer anderen Person legen kann, überlisten Algorithmen, die auf bewegte Gesichter zur Erkennung bestehen. Nächster Schritt: Handvenenerkennung – auch hier ist starbug dem Stand der Technik voraus, wie sein Vortrag auf dem 35c3 zeigt.

Mein Bundesfreiwilligendienst bei der Open Knowledge Foundation

Hallo, ich bin Basti und bin mittlerweile seit einem halben Jahr Bundesfreiwilliger bei der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF). Was das bedeutet und warum ihr das auch machen solltet, will ich euch in diesem Beitrag erzählen.

Was ist ein Bundesfreiwilligendienst?

Ein Bundesfreiwilligendienst ist sehr ähnlich zu einem Freiwilligen Sozialen beziehungsweise Ökologischen Jahr. Er ermöglicht es dir, dich in einem gesetzlichem Rahmen ein Jahr lang im gemeinnützigen Bereich zu engagieren. Dafür erhältst du ein Taschengeld und bist versichert. Bevor es mit der Uni oder Ausbildung weitergeht, hast du die Möglichkeit, dich auszuprobieren und dabei die Arbeit der Einsatzstelle besser kennen zu lernen. Dabei wirst du auch immer pädagogisch begleitet, bei mir übernimmt das der Träger „Freiwilliges Jahr Beteiligung“ (FJB).

Woran arbeite ich?

Bei der Open Knowledge Foundation (OKF) arbeiten viele Projekte zu den Themen Offene Daten und Digitale Bildung zusammen. Bei zwei dieser Projekte arbeite ich mit: Das ist zum einen natürlich Jugend hackt, wo ich auch vorher schon viermal als Teilnehmer dabei sein durfte, und das Projekt FragDenStaat.de.

Über die Website von FragDenStaat kann jede*r Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz stellen und so Dokumente und Informationen von Behörden befreien. Das ist nicht nur etwas für Journalist*innen, sondern kann dir auch interessante Infos zu deiner Nachbarschaft bringen. Meine konkreten Aufgaben bei FragDenStaat sind, neben vielen eigenen Anfragen, auch den Mail-Account mit zu betreuen und Nutzer*innen bei ihren Anfragen zu helfen. Für Unterstützer*innen gibt es einen Shop, wofür ich hin und wieder Bestellungen verschicke. Mein Höhepunkt bisher waren die Kampagnen FragSieAbi und TopfSecret, für die ich viel Recherche und Vorbereitungsarbeit geleistet habe.

Viele junge Menschen spielen vor buntem Licht Schere Stein Papier.

Jugend hackt in Ulm [CC BY 4.0 Holger Dorn (Jugend hackt)]

Bei Jugend hackt betreue ich die Teilnehmer*innen vor und nach dem Berliner Event. Ich habe einen Blick über unser Material und verschicke dieses auch zu den einzelnen Events in Deutschland. Bei den Events kann ich auch als Mentor und Helfer dabei sein. Bei den Teammeetings bekomme ich viel von der Organisation mit und kann auch meine Meinung mit einbringen. Es ist super spannend, wie viel liebevolle Vorbereitung hinter jedem einzelnen Event steckt.

Auch bei den Teammeetings des gesamten OKF-Teams kann ich immer mit dabei sein. Hier erhalte ich einen besonders interessanten Einblick in die Arbeit einer gemeinnützigen Organisation. Ich weiß es zu schätzen, dass ich immer respektiert werde und auf jede meiner Fragen eine Antwort bekomme.

Das gesamte OKF Team von 2018

Das supertolle Team der OKF!

Das „Freiwillige Jahr Beteiligung“

Das „Freiwillige Jahr Beteiligung“ (FJB) organisiert und betreut meinen Bundesfreiwilligendienst. Insgesamt sind dort aktuell etwa 50 andere Freiwillige aus Einsatzstellen in Berlin und Brandenburg. Dort habe ich immer eine*n Ansprechpartner*in und verbringe die meisten der insgesamt 30 Seminartage mit den anderen Freiwilligen zusammen. Bei den Seminartagen behandelt wir Themen rund um Jugendbeteiligung und Demokratie in einem individuell toll gestalteten Rahmen. Die Seminartage machen mir immer viel Spaß, weil ich dort viel Austausch mit den Freiwilligen aus den anderen spannenden Einsatzstellen habe.

enschen stehen im Kreis und halten die Hände in die Mittte

Ein Seminartag beim FJB

Du auch?

Bist du zwischen 16 und 24 Jahren alt und willst die Chance nutzen, ab September 2019 einen Bundesfreiwilligendienst bei der Open Knowledge Foundation oder einem anderen Verein, einer Stiftung oder Schule machen? Dann kannst du dich schon jetzt auf der Website des FJBs weiter informieren und bewerben: fj-b.de/jetztbewerben.

Wenn du Fragen hast, kannst du mir auch sehr gerne eine Mail schreiben. sebastian.schroeder@okfn.de Wir freuen uns auf dich!

Freie Software: Code of Conduct für Code? – Marco Holz (Lightning Talk 2017)

Marco Holz erklärt in seinem Vortrag, was Freie Software eigentlich ist. Frei nicht im Sinne von Freigetränk übrigens – auch wenn sie sehr oft kostenlos nutzbar ist. Vielmehr geht es um die Freiheit der Nutzer*innen, die Software so zu nutzen, wie sie möchten.

Das ist auch der Kern der „vier Freiheiten“, wie sie von der Free Software Foundation definiert werden. Diese garantieren unter anderem, dass man die Software untersuchen und den eigenen Wünschen anpassen kann und dass man Verbesserungen wieder zum Wohle der Community mit allen teilen kann.

Entwickelt man selber freie Software, dann ist noch die Wahl der Lizenz ein wichtiger Punkt: Marco stellt den Unterschied zwischen eher freizügigen Lizenzen wie MIT und BSD und Copyleft-Lizenzen wie der GPL vor.

Marco ist langjähriger Verfechter von freier Software und offenen Daten. Er interessiert sich für Kryptographie und die gesellschaftlichen Auswirkungen von Technik. Marco ist aktiv beim CCC Darmstadt und engagiert sich bei Freifunk für freie Kommunikationsnetze.