Fakenews-Netzwerke mit der Twitter-API aufspüren – Michael Kreil (Lightning Talk 2017)

Michael Kreil ist (wie Kira Schacht) Datenjournalist und unterstützt uns bereits seit 2013 immer wieder als Mentor. In seinem Kurzvortrag zeigt er, was man mit der Datenschnittstelle von Twitter, der sogenannten API, alles anstellen kann – am immer noch sehr aktuellen Problem von Fakenews, also viral verbreiteten Falschmeldungen, über die vor allem populistische Parteien politisch Stimmung machen.

Am Anfang von Michaels Arbeit steht die Frage: Wie hängen die Twitter-Accounts zusammen, die eine Falschmeldung verbreiten? Am Ende entsteht aus den Daten eine interaktive Visualisierung, an der man genau ablesen kann, wie eine Fakenews-Kampagne funktioniert hat.

Die nötigen Arbeitsschritte: Zunächst muss man die relevanten Daten über die API einsammeln, was dank existierender Twitter-Libraries für nahezu jede Softwareumgebung relativ einfach ist. Danach folgt eine erste Analyse der Daten in Excel und die Erzeugung eines Graphs, der die Beziehungen zwischen den Twitter-Accounts darstellt. Mit diesen Daten kann das Tool Gephi eine erste Visualisierung berechnen. Nach einigem Finetuning der Parameter baut Michael zum Schluss eine interaktive Anwendung mit der Javascript-Library D3.js.

Zum Talk gibt es auch Michaels Folien zum Download.

Farewell, Maria

Wenn Zustände lange schön und richtig waren, dauert es etwas, bis man sich von ihnen lösen kann.
So ging es Maria mit uns und uns mit Maria.
Nun ist aber der Moment gekommen und wir sagen auch ganz offiziell: so long, and thanks for all the fish!

Wir haben die Gründung von Jugend hackt, tausend gute Gedanken und ein riesiges Programm Maria mit zu verdanken, dazu kommen auch ganz viele persönliche Geschichten, gemeinsames Wachsen und Stolpern, Lachen und Weinen.

Maria sagt:

Auf dem Berliner Event im Oktober hatte ich mich schon von euch verabschiedet. Dass ich den versprochenen Blogpost so lange aufgeschoben habe, ist kein Zufall. Noch einmal explizit auszubuchstabieren, dass meine Zeit bei Jugend hackt vorbei ist – gar nicht so leicht!


Ich hatte viel Spaß und habe unglaublich viel gelernt. Was für eine intensive Zeit die Arbeit an Jugend hackt war: eine Idee, die auf der Straße lag und aufgesammelt gehörte, hat sich in ein lebendiges, nicht nur für mich identitätsstiftendes Gebilde im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus verwandelt.
Wenn ich nur eine einzige Sache hervorheben dürfte, die diese Zeit und Zusammenarbeit mit den großartigen Kolleg*innen der OKF, von mediale pfade, den Städte- und Netzwerkpartnern und den Mentor*innen ausgemacht hat, dann würde ich die absolut zukunftsfreudige, neugierige und offene Atmosphäre herausheben. Von den Kindern und Jugendlichen, die in der Mehrheit ganz selbstverständlich alle unproduktiven Geschlechtergrabenkämpfe hinter sich gelassen zu haben scheinen, ganz zu schweigen.
Da ist sie, die Zukunft.

Ich kann eigentlich unmöglich irgendwen hier heraus heben, so viele Pusherinnen und Ermöglicher hat das Werk. Aber uneigentlich ist es doch ganz leicht:
Ohne Daniel und Paula, meine beiden engsten Mitstreiter*innen, Ideen- und Arbeitsmaschinen, wäre nicht annähernd so viel gelaufen und Jugend hackt nicht so groß geworden – und mir selbst schon deutlich eher die Puste ausgegangen.
Ihr seid in Gold nicht aufzuwiegen. Ich danke euch für alles von Herzen!
Eure Maria

Dem können wir nur ein schnief und alles alles alles Gute von der ganzen Jugend hackt Community hinzufügen.
Alpakanasenstüber
Paula und Daniel für das gesamte Team

Was ist Datenjournalismus? – Kira Schacht (Lightning Talk 2017)

„Wie ein anderer Journalist Menschen befragt, befrage ich Datensätze“, sagt Kira Schacht. Sie ist Datenjournalistin (wie auch Michael Kreil) und erklärt in ihrem Vortrag auf den Punkt, was man in diesem Beruf macht. Die Themensuche und die Recherche – das läuft genau wie im Journalismus ohne Daten- davor, dann geht es aber in Tabellen und Zahlen, in offene und nicht so offene Datensätze. Als Datenjournalistin muss man auch Entwicklerin und Künstlerin sein, um das Wissen in den Daten zu finden und verständlich und schick aufzubereiten. Und ja, dafür braucht man auch Mathe.

Ein Beispiel aus dem Vortrag: Die Rückkehr der Wölfe für den RBB, Kiras damaligen Arbeitgeber: Eine interaktive Karte, wo in Ostdeutschland Wölfe gesichtet wurden, wo sie Mensch und anderen Tieren begegnen, kombiniert mit Texten und Videomaterial.

Kira hat Datenjournalismus an der TU Dortmund studiert und sagt: „Ich hab das nicht alles von Anfang an gekonnt.“ Viel gelernt hat sie im Netzwerk Journocode, das als gemütliches Donnerstagabend-Meetup von angehenden Datenjournalist*innen mit Pizza gestartet ist – jede Woche mit der Idee „Was können wir heute voneinander lernen?“. Kira ist heute freie Datenjournalistin bei der Deutschen Welle.