RobodiesLab: Tanzen und Hacken

Tanzen und Hacken?

In Science-Fiction-Filmen, Serien oder Games sehen wir sie bereits: Elektronische Körpermodifikationen aller Art, wie LED-Verzierungen oder bionische Augen mit Zoom-Funktion. Auch die Verschmelzung von Mensch und Maschine wie Cyborgs oder auf Computer übertragene Bewusstseinszustände rücken durch heutige Möglichkeiten in greifbare Nähe. Spannend wird diese Zukunftsmusik vor allem dann, wenn Bewegung, Tanz und der menschliche Körper ins Spiel kommen.

Im Rahmen von Hi, Robot! Das Mensch Maschine Festival findet vom Freitag, den 15. März bis Sonntag, den 17. März das RobodiesLab im NRW Forum in Düsseldorf statt.

Zwei weiß gekleidete Tänzerinnen mit etwas leuchtendem an den Köpfen vor einem bunten Hintergrund

Foto: Katja Illner

Tanzen und Hacken!

Du bist eingeladen, dich auf der Veranstaltung mit dem Körper der Zukunft auseinanderzusetzen und gemeinsam über Schnittstellen zwischen Tanz und Hacking nachzudenken. Wie kann mein Körper durch Technik erweitert oder sogar verbessert werden? Welche technischen Hilfsmittel machen meine Performance noch spektakulärer? Und wer hat eigentlich die Kontrolle über meinen Körper – ich oder die Maschine? Ein Wochenende lang stellst du, ähnlich des FabLab- und Hackathon-Formats, in kleinen Teams ein eigenes Projekt auf die Beine, welches am Sonntag öffentlich präsentiert werden.

Ob Choreografien begleitet durch visualisiertem Sound, Tanz ausgestattet mit technischen Gadgets, selbst designte Games, die sich mit Tanz und Bewegung beschäftigen, bewegungsgesteuerte Programme, oder Tools zur Choreographie-Konzeption… an diesem Wochenende sind jede Menge neue Ideen willkommen!

Unterstützt wirst du von Mentor*innen mit Know-How im Bereich Coding, Tanz, Robotik sowie Choreografie. Zur Projektverwirklichung wird ein kleiner Makerspace eingerichtet und zusätzlich kann am Samstag zwischen 10 und 20 Uhr im Rahmen des Festivals ein großer Makerspace besucht werden.

Jugend hackt?

Wir finden diese thematische Kombination super spannend und sind daher auch an der Veranstaltung beteiligt! Da das RobodiesLab in NRW stattfindet, ist unser regionaler Partner, die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, mit an Bord. Das Team steckt auch hinter unseren Kölner Jugend hackt-Events \o/

Ihr könnt es nicht erwarten, dass die ersten Jugend hackt-Events des Jahres 2019 starten? Dann besucht gerne das RobodiesLab! Wir würden uns freuen, euch auf der Veranstaltung (wieder) zu sehen und sind gespannt auf die coolen Projekte, die ihr dort verwirklichen werdet! Hier kommen die Eckdaten:

WAS RobodiesLab im Rahmen von Hi Robot! (Flyer)
WANN Fr. 15. März, 16 Uhr – So. 17. März, 14 Uhr
WO NRW-Forum, Ehrenhof 2, Düsseldorf
WER Jugendliche ab 10 Jahren, Vorkenntnisse in Tanz oder Programmierung sind von Vorteil, aber auch Einsteiger*innen sind willkommen
KOSTEN Die Teilnahme ist kostenlos und nur nach vorheriger Anmeldung möglich
ÜBERNACHTUNG Ist möglich! Bitte bei der Anmeldung angeben
ANMELDUNG Bis 1. März über dieses Formular
FRAGEN Mail an Karolina Albrich
PRÄSENTATION 17. März um 12 Uhr im NRW-Forum, Eintritt frei
Ein humanoider Roboter, hinter ihm ein Mensch, in blauem Licht

Foto: Chrisander Brun

Projektidee und Organisation: Mijke Harmsen & Valerie Wehrens, tanzhaus nrw; Medienpädagogische Betreuung: Karolina Albrich, Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW

Das RobodiesLab ist eine Veranstaltung des tanzhaus nrw im Rahmen von Take-off: Junger Tanz, gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und in enger Zusammenarbeit mit Jugend hackt und der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW. Das RobodiesLab findet statt im Rahmen von Hi, Robot! Das Mensch Maschine Festival, initiiert durch das tanzhaus nrw in Kooperation mit dem NRW-Forum Düsseldorf und Black Box / Kino im Filmmuseum, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit Dank an Marie Zoe Buchholz, Jennifer Döring, Alexander Jesch, Lutz Thomalla, Bounracksa Phomkhoumphon, Malou Weiße und Annika Wolf, die Freizeiteinrichtung Icklack, die Rather Kreuzweg Schule, das Wim Wenders Gymnasium und alle ehrenamtlichen Mentor*innen.

Feminismus in Tech – Marie Kochsiek (Lightning Talk 2017)

Marie Kochsiek verrät uns in ihrem Talk ihr Geheimrezept, wie und wo Feminismus und Tech für sie zusammenpassen. Sie sagt: Feminismus bietet Ideen an, wie man Unebenheiten und Unfairness in unserer Gesellschaft ausbügeln kann.

Dazu gehört für Marie unter anderem, dass Technik in Zukunft noch viel mehr Input von anderen Disziplinen und dem eigenen persönlichen Interesse und Wissen benötigt. Nicht nur Menschen mit Informatik-Studium gehören hier hin – egal ob Soziologie, Jura, Biologie oder andere Backgrounds, alle sollen „Bock auf Technik“ bekommen, dort ihren Spieltrieb ausleben können und ganz im Sinne von DIY einfach anfangen, ohne sich von Bedenkenträger*innen abbringen zu lassen.

Umgekehrt sieht sie auch alle Auskenner*innen in der Pflicht, im Sinne von „sharing is caring“ ihr Tech-Wissen in das eigene nicht-technische Umfeld zu tragen: Auch Opa und Oma sollen verschlüsselt kommunizieren können.

Feminismus und Technik gehören für Marie genauso zusammen wie Honig und Salz (lecker!). In ihrem Soziologie-Studium hat sie sich mit dem Einfluss von Menstruations-Tracking-Apps auf Nutzende beschäftigt. Mittlerweile entwickelt sie mit zwei weiteren Entwicklerinnen die Open Source App drip, um Menstruations-Tracking transparenter und sicherer zu machen. Sie ist Teil des feministischen Hackspace Heart of Code und auf Cryptopartys spricht sie am liebsten über gute Passwörter. Passwortmanager und Menstruations-Cups hält sie für eine der besten Erfindungen überhaupt.

Unser Verhaltenskodex und unser Aushang „Deine Rechte“

Mit unserem Claim „Mit Code die Welt verbessern“ machen wir bereits auf unseren Veranstaltungen sehr deutlich, in welche Richtung wir gemeinsam mit euch denken und gehen wollen. Diese Vision einer besseren Gesellschaft zeigt sich deutlich in den von euch entwickelten Projekten und Prototypen, in vielen Keynotes und Lightning Talks und auch in unserem gemeinsamen Umgang miteinander – auf den Events und im Leben allgemein.

Als Grundlage dafür haben wir uns einen Verhaltenskodex, einen sogenannten Code of Conduct gegeben, der unter anderem folgendes enthält:

„Wer die Welt verbessern möchte, kann sich nicht für Ungleichheiten jedweder Art einsetzen. Deswegen achten wir bei unseren Veranstaltungen auf gegenseitigen Respekt und versuchen jede Diskriminierung – ob durch unterschiedliche Herkunft, sexuelle Ausrichtung, unterschiedliche Skill-Levels usw. – zu erkennen und aktiv zu begegnen.“

Ebenso sind wir der Hacker*innen-Ethik des CCC verbunden, dort findet sich ein thematisches Pendant:

„Beurteile einen Hacker nach dem, was er tut, und nicht nach üblichen Kriterien wie Aussehen, Alter, Herkunft, Spezies, Geschlecht oder gesellschaftliche Stellung.“

Es geht also um ein gutes Miteinander, ein gegenseitiges Respektieren und um eine gesunde Diskussionskultur. Und wer schon einmal in den letzten Jahren auf einem Jugend hackt Event war, hat sicherlich auch unseren „Deine Rechte“–Zettel entdeckt.

Dort stehen eure Rechte und damit auch kleine Regeln für den gemeinsamen Umgang miteinander. Denn diese Rechte zeigen gleichzeitig auch Grenzen auf – Grenzen, die wichtig sind und von allen Menschen respektiert und eingehalten werden sollten.

Uns erreichten in den vergangenen Monaten des Öfteren Anfragen, ob dieser Aushang für andere Veranstaltungen genutzt werden kann. Unsere Antwort: unbedingt! Es ist uns ein großes Anliegen, diese eigentlich doch ganz normalen Grundlagen des guten Miteinanders mit der Welt zu teilen. Wir verdanken den Text dem Netzwerk Tabubruch.org – vielen Dank an Holger Specht für die perfekte Vorlage.

Den Text des Verhaltenskodex könnt ihr gerne als Basis für einen eigenen Aushang verwenden:

  1. Du hast das Recht, Deine eigene Meinung und Deine Vorschläge einzubringen.
  2. Du hast das Recht, selbst zu bestimmen, wann, wo und von wem Du fotografiert oder gefilmt werden willst.
  3. Du hast das Recht, fair behandelt zu werden. Niemand hat das Recht, Dir zu drohen oder Dir Angst zu machen. Egal ob mit Blicken, Worten, Bildern, Spielanleitungen oder Taten! Niemand darf Dich erpressen, Dich ausgrenzen, abwertend behandeln oder schlagen.
  4. Du hast das Recht, selbst zu bestimmen, wie nahe Dir jemand wann, wie und wo kommt. Niemand darf Dich gegen Deinen Willen berühren, massieren, streicheln, küssen, Deine Geschlechtsteile berühren und drängen, das mit jemand anderen zu tun.
  5. Du hast das Recht, NEIN zu sagen und Dich zu wehren, wenn jemand Deine Gefühle oder die von jemand anderen verletzt! Du kannst NEIN sagen mit Blicken, Worten oder durch Deine Körperhaltung.
  6. Du hast das Recht, nicht mit zu machen, wenn Dir ein Spiel Angst macht, Du etwas eklig findest oder Du Dich unwohl dabei fühlst. Das können Mutproben, Überfälle oder erniedrigende oder angstmachende Traditionen sein.
  7. Du hast das Recht, Dir Unterstützung bei Anderen zu holen. Wenn Du Dich unwohl fühlst oder es Dir schlecht geht, ist Hilfe holen kein Petzen und kein Verrat.