Freifunk – André Gaul (Lightning Talk 2017)

Freier Zugang zum Internet für alle? Dafür gibt’s doch Freifunk: André erklärt die Technik hinter dem Netzwerk und wie man mitmachen und mithacken kann.

Freifunk ist ein dezentrales Gemeinschaftsnetzwerk auf Basis von WLAN-Routern das jede*r nutzen und vor allem erweitern kann. Das entstehende Mesh-Netzwerk gehört allen und ist ein selbstgebauter Teil des Internets. In dem Netzwerk kann man zum Beispiel Internetanschlüsse teilen, chatten, telefonieren, online spielen, oder eigene Server betreiben.

André Gaul ist Mathematiker und Informatiker. Als Mitgründer des Startups PaperHive erleichtert er die Kommunikation zwischen Wissenschaftler*innen. Seit kurzem forscht André auch an neuen Cryptowährungen. Bei Freifunk entwickelt er mit an der Software und betreibt einige Router in Berlin.

Jugend hackt auf dem 35c3

Bald ist es soweit – der Chaos Communication Congress startet am 27.12. in seine 35. Ausgabe. Und wir sind mit Jugend hackt auch mit zahlreichen Angeboten vor Ort, um jungen Menschen den Einstieg und die Vernetzung in die Welt der Hacker*innen, der gesellschaftlich motivierten Technologiegestalter*innen zu erleichtern.

Über den gesamten Zeitraum betreiben wir die WikipakaWG. Hier könnt ihr abhängen, Gleichgesinnte treffen und zusammen um die Assemblies ziehen. Wir haben das Konzept einer WG auf unser Habitat (Habitate sind große Assemblies, eine Assembly ist ein Ort von chaosnahen Organisationen, die eigene Orte auf dem Congress für ihre Communities aufbauen) angewendet. Es wird die Küche geben, wie immer der Mittelpunkt. Zusammen am Küchentisch sitzen, etwas trinken, schnacken. Im Wohnzimmer wird es gemütlich – eine „Lagerfeuer“-Stelle, Couches, nachts soll man die letzten Jahre begeisterte Runden gesehen haben, die gemeinsam die fabulösen „Marble-Olympics“ kucken. Das Jugendzimmer ist nur für euch, über 18 Jährige haben hier nichts zu suchen, dafür haben wir euch dieses Jahr einen besonders tollen Ort geschaffen. Findet es vor Ort raus, bis dahin bleibt dies eine Überraschung. Stichwort #dekoleaks ;-)

Im Esszimmer gibt es über alle 4 Tage ein Vortrags- und Workshopprogramm, dass die beteiligten Communities hinter Jugend hackt (Open Knowledge Foundation, mediale pfade), Wikimedia, vielen weiteren OKF-Projekten wie Frag den Staat, Edulabs uvm. gestaltet haben. Dank dem Verschwörhaus und dem c3voc werden auch alle Talks gestreamt und aufgezeichnet.
 Ausserdem haben wir eine große Werkstatt, die vom Verstehbahnhof gestaltet wird und im „Vorgarten“ siedeln die tollen Chaos-Pat*innen an, die den Einstieg in den Congress erleichtern möchten.

Auch wir möchten euch den Einstieg so einfach wie möglich machen, deswegen gibt es gleich an Tag 1 um 16:30 Uhr ein „Willkommen, Alpakas und Artverwandte“ für Jugend hackt Teilnehmende. Hier werden CCC-Menschen zu den Grundideen vom Congress erzählen, wir stellen ein paar Programmhighlights vor und gehen gemeinsam auf Exkursion, so fällt die Orientierung leichter, wenn ihr zum ersten mal vor Or seid. Dieses Jahr werden 16.000 Menschen erwartet, viele davon bieten selbst Dinge ein – mit Menschen, die in den verschiedenen Communities wie z.B. Freifunk, unterwegs sind, einen Ausflug zu machen ist besonders spannend, alle Orte beim Congress sind offen für euch, aber vielleicht nicht immer auf den ersten Blick selbsterklärend. Das möchten wir mit der Tour ändern.

An Tag 2 (die interne Zeitrechnung des Congress zählt den ersten offiziellen Congresstag als Tag 1 = 27.12. – erste Helden aus unserer Community sind bereits seit Tag -9 vor Ort, um euch und uns ein tolles Congress-Erlebnis zu schaffen). Also nochmal: An Tag 2 ist traditionell der Junghacker*innen-Tag. Hier organisieren insbesondere Chaos Macht Schule, aber auch zahlreiche andere Assemblies speziell für Kinder und Jugendliche eigene Angebote, um kreativ und kritisch mit Technologie umzugehen. Wir werden eine Hebocon veranstalten, das wird großer Spaß: Shitty lowtech Roboter treten in Sumo-artigen Kämpfen gegeneinander an. Macht mit, von 10:30 – 16 Uhr könnt ihr einen eigenen Roboter gestalten, 16:00 werden diese dann gegeneinander antreten, alles an unserem Habitat.

Abends gibt es dann noch ab 22 Uhr ein Jugend hackt Community-Treffen. Hier sind alle eingeladen, die sich Jugend hackt verbunden fühlen, sei es (Ex-)Teilnehmende, Mentor*innen, Menschen, die noch Mentor*in oder Unterstützende und alle anderen Alpakas. Wir freuen uns, bekannte und neue Gesichter zu sehen!

An Tag 3 gibt es Lightning Talks von Jugend hackt Teilnehmenden: Android entgooglen (Max); Warum ich 1 Mozillian wurde (Jens); Android Entwicklung – Nativ vs nicht-Nativ (Abraham); Arduino ohne Arduino – bau nur den Microcontroller ein! (noniq). Schaut vorbei, das wird spannend!

Wir freuen uns noch über Unterstützung am Habitat, insbesondere was die Betreuung des Esszimmers angeht. Wir brauchen Videomischer*innen (dazu gibt es vorher eine Schulung, müsst also keine Vorkentnisse mitbringen) und Stagemanager*innen (Betreuung der Sprecher*innen und drauf kucken, dass Zeiten eingehalten werden). Meldet euch am besten bei Daniel oder im #35c3 Slack Kanal, auch Daniel anpingen, wenn ihr da noch nicht seid!)

Die letzten Tage bis zum Congress könnt ihr noch nutzen, eure Geräte für die Veranstaltung vorzubereiten – von dort lohnt sich auch ein Stöbern durchs Wiki, es gibt viel zu entdecken!

Illustration: @bleeptrack <3

Das Jugend hackt-Jahr 2018

Man muss sagen: Dieses sechste Jahr von Jugend hackt war wirklich ein sehr gutes. Unser Neujahrswunsch für 2018 war, genügend Menschen, Zeit und Geld zu haben, um auf die weiter ansteigende Nachfrage nach Jugend hackt eingehen zu können. Unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Dank der Förderung der SKala-Initative konnten wir unser Kernteam im Laufe des Jahres deutlich vergrößern, um dem Ruf nach „mehr Jugend hackt“ ab dem kommenden Jahr gerecht zu werden.

Die Events 2018 👩🏻‍💻👨🏼‍💻

Wir konnten gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort acht Hackathon-Wochenenden veranstalten: An drei neuen Standorten Schwerin, Schaffhausen und Heidelberg sowie erneut in Köln, Frankfurt am Main, Halle/Saale, Berlin und Ulm. Fast 400 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren kamen jeweils für ein Wochenende zusammen und entwickelten gemeinsam in 89 verschiedenen Projekten ihre Vorstellungen einer besseren Welt.

Zweimal, in Frankfurt und Berlin, haben uns dabei die Demokratielabore mit einem parallelen Gamejam für Einsteiger*innen unterstützt, bei dem die Teilnehmer*innen eigene Computerspiele entwickelten. In Köln war das Team von Hello World mit dabei – auch hier gab es also ein eigenes Angebot für Einsteiger*innen.

Die Vernetzung zweier Welten ✈️🤝

Dieses Jahr sind wir mal nicht um die Welt geflogen (Stichwort #jhasien), dafür haben wir die Welt zu uns kommen lassen: Im Rahmen von Jugend hackt in Berlin waren wir Teil eines Austauschs mit dem türkischen Projekt re:coded, das seit 2016 junge Menschen aus Krisengebieten mit Coding-Workshops fördert. 11 Teilnehmer*innen aus der Türkei kamen in der Woche vor dem Hackathon nach Berlin und lernten gemeinsam mit 12 Jugendlichen von Jugend hackt die Berliner Tech- und Weltverbesserungsszene kennen. Der Austausch gehörte zur Projektreihe „Continuing Unique Stories“ der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke.

Hello World 👋🌍

Unser 2017 gestartetes einsteiger*innenfreundliches Programm Hello World machte im Laufe des Jahres über 40 Mal in Nordrhein-Westfalen Station und fand 28 mal in Linz statt. Wie es 2019 an bisherigen und möglichen neuen Standorten weitergeht, ist gerade noch in der Entwicklung.

Seit April gibt es außerdem das Handbuch zu Hello World, den „Praxisleitfaden für Einstiegsworkshops in Technik, Robotik und Coding“ zum kostenlosen Download. Darin sind die Workshopkonzepte und Materialien ausführlich für alle beschrieben, die Jugendliche in der Bildung ihrer technischen Fertigkeiten anleiten und begleiten möchten.

Jugend hackt on Tour 🚌🦙

Im Juni waren wir im Haus der Kulturen der Welt in Berlin beim zweitägigen Abschlussprogramm des Projekts Schools of Tomorrow dabei. Wir begleiteten zwei Schulklassen dabei, sich ihre eigene Schule von morgen zu erarbeiten: Eine Klasse lernte dabei, eine moderne Schülerzeitung auf Instagram zu veröffentlichen – mit Rollenverteilung, Kooperation und demokratischer Arbeitsweise. Die andere Klasse baute ihre utopische Schule in VR nach – da konnte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht widerstehen, sich die VR-Brille aufzusetzen.

Dann haben wir (Team DE und Team AT) im September gemeinsam mit den Demokratielaboren die Jugend hackt Zone auf dem Ars Electronica Festival, dem weltweit wichtigsten Digitalkunst-Event bespielt. In der U19-Area waren wir fünf Tage lang Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche (und ihre Eltern) – insbesondere unsere ganztägige Roboter-Bastelaktion für die Hebocon kam sehr gut an.

Außerdem waren wir im November bei der ersten Ausgabe von Bits & Bäume in Berlin dabei – einer Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Gemeinsam mit den Demokratielaboren, der Naturfreundejugend, dem youpaN, Chaos macht Schule und anderen Jugendorganisationen haben wir dort das Jugendforum bespielt, inklusive Sitzmöglichkeiten, Fake-Lagerfeuer, jeder Menge kleinerer Mitmachangebote und Infos.

Neue Leute! 👯‍♀️👯‍♂️

Vier neue Stellen hatten wir Mitte des Jahres ausgeschrieben, alle sind seit dem Sommer besetzt – und mehr! Unsere alten Hasen Alpakas Daniel, Paula, Robert und Cin haben seitdem Verstärkung von Sonja (Fundraising), Doris (Design), Torben (Entwicklung) und Philip (Kommunikation), die alle bei der Open Knowledge Foundation sitzen. Bei mediale pfade ist das Team um Ilona (Jugend hackt Labs) gewachsen. Unser Bufdi-Wanderpokal wechselte im September von Lea an Basti, der damit vom Jugend hackt-Teilnehmer zum Mitarbeiter wurde. Und kurz vor Ende des Jahres konnten wir auch noch OKF-Bürokollegin Saadya zu uns ins Team holen, die ab sofort die Städteevents koordiniert.

Zwei Abschiede gab es auch: Bei Lea, unserer Bundesfreiwilligen (aka Bufdi) haben wir gemerkt, wie schnell so ein Jahr vorübergeht. Sie studiert jetzt Jura in Berlin und wir sind sehr gespannt, wohin ihr Weg sie noch hinführt!

Außerdem hat sich Maria Reimer, Gründerin von Jugend hackt, nach dem Ende ihrer Elternzeit beschlossen, nicht mehr ins Team zurückzukehren. Wir haben daher die vergangenen Wochen auch für eine gemeinsame Übergabe genutzt. Wir sagen ein RIESIGES Dankeschön 💐 für die vielen Jahre und wünschen Maria alles Gute. Wir sind sehr gespannt, was sie in Zukunft auf die Beine stellen wird und sind ganz sicher, dass wir uns immer wieder über den Weg laufen werden.

Das wäre doch nicht nötig gewesen: Preise für uns 🏆

Natürlich haben wir Jugend hackt nicht gestartet, um Preise zu bekommen, aber wenn es dann doch passiert, freuen wir uns natürlich ganz schön doll. 2018 durften wir dreimal auf die Bühne steigen, um einen Preis abzuholen:

Im Juni haben wir in Stuttgart die Theodor-Heuss-Medaille für demokratisches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz für die Stärkung und Weiterentwicklung der Demokratie erhalten, eine große Ehre! Zwei Wochen später gab’s den BKM-Preis für kulturelle Bildung von Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Im Oktober erhielt Jugend hackt Österreich den erstmalig gestifteten Frauenförderpreis der ASFINAG dafür, dass wir „jungen Frauen Mut zur Technik machen“.

Außerdem hat Phineo uns das WIRKT!-Siegel verliehen, quasi der offizielle Nachweis, dass Jugend hackt funktioniert und gesellschaftlich etwas bewegt.

Einen weiteren tollen Preis im Jugend-hackt-Universum gab’s nicht für das Orgateam, aber für sechs Teilnehmer*innen von Jugend hackt in Linz 2017: Für ihr Projekt Maladidea, einer intelligenten Socke für demenzkranke Menschen, erhielten Clemens, Dominik, Isabella, Markus, Tobias und Thomas eine Anerkennung des Prix Ars Electronica in der Kategorie U19!

Die Zukunft 🔮

Gerade ist wirklich viel in der Jugend hackt-Pipeline: 2019 starten die ersten zwei Jugend hackt Labs – hier sind wir mitten in der Auswahl und werden bald die Standorte verkünden. Außerdem sind die Tage unserer aktuellen Webseite gezählt: Sie hat tapfer unser Wachstum mitgemacht, so langsam ist sie aber an einigen Stellen echt durchgescheuert. Wie schön, dass wir uns gerade etwas Neues schneidern! Doris, Torben und der Rest vom Team bereiten das schon fleißig vor. Außerdem soll unsere Community ein neues digitales Zuhause bekommen, um sich auch zwischen den Events austauschen und gemeinsam an tollen Projekten arbeiten zu können – damit wird Philip im Frühjahr starten.

Spenden an Jugend hackt 💸

Auch für alle, die uns finanziell unterstützen wollen (und vor allem für die, die womöglich noch nie etwas von Jugend hackt gehört haben), wird es ab 2019 noch schöner, Geld in unsere Richtung zu werfen: Anfang des Jahres startet dafür der Jugend hackt Freundeskreis – stay tuned!

Wir danken an dieser Stelle MM1 Consult, dem Redaktionsteam des WIRED Magazins Deutschland und zahlreichen privaten Spender*innen, die uns in den letzen Wochen unterstützt haben!

Mit Code die Welt verbessern. Unterstütze unsere Junghacker*innen

Spenden, ob groß oder klein, nehmen wir mit Kusshand jederzeit an: Das geht über unsere betterplace-Seite oder direkt an Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., IBAN: DE25 4306 0967 1173 8932 04, Verwendungszweck: Spende Jugend hackt. Merci! <3

Wir sehen uns 2019! 🥳

Schöne Feiertage, bis nächstes Jahr – oder natürlich vorher noch auf dem Congress. Solltet ihr zwischen Weihnachten und Silvester auf dem 35C3 in Leipzig sein, besucht die große WikipakaWG in Halle 2! Wie im vergangenen Jahr gibt’s in unserer gemeinsamen Assembly mit Wikimedia Deutschland Vorträge, Workshops und genug Platz zum entspannten Rumhängen – plus Hebocon-Schrottroboter-Schaukampf am Freitag.

1024 Dank! 🎉

Natürlich wären all diese schönen Momente des vergangenen Jahres nicht machbar gewesen ohne das sehr oft ehrenamtliche Engagement der Jugend hackt-Community. Von ganzem Herzen: Danke liebe Mentor*innen, fantastische Helfer*innen, unermüdliche Organisator*innen für eure Zeit, eure Geduld und eure Kreativität! Ohne euch wäre das alles nur eine ziemlich traurige, kleine Sache.