Design und UX: Gestalten Gestalten Gestalten – moeffju (Lightning Talk 2017)

Viele Interfaces sind einfach nicht gut. Daher: Wo gecodet wird, muss auch designt werden. Ist damit nur gemeint, dass Interfaces möglichst hübsch aussehen? Eigentlich nicht, sagt moeffju, und wenn, dann ganz am Ende einer langen Entwicklung. Wer UX, also User Experience, ernsthaft gestaltet, muss erst mal bei Null anfangen: Ist das Problem, das ich lösen will, eigentlich ein Problem? Gibt’s überhaupt eine Lösung? Für wen ist sie eigentlich gedacht? Überleben meine Prototypen die ersten Tests mit User*innen überhaupt?

Design ist für moeffju also ein ganzer Gedankenprozess. Und Design ist Macht, weil Gestalter*innen große Verantwortung haben. Sie bestimmen, welche Möglichkeiten überhaupt zur Wahl stehen, was als Problem angesehen wird (und was nicht) und mit welchen User*innen im Hinterkopf sie dieses lösen wollen. Wer sich das bewusst macht, kann mit Code und Design die Welt verbessern.

moeffju alias Matthias Bauer arbeitet seit Mitte der Neunziger im IT-Bereich und befasst sich vor allem mit der Interaktion zwischen Menschen und Artefakten. Nach Arbeit als Softwareentwickler*in und Berater*in ist moeffju heute als Design-Expert*in tätig und entwickelt im Rahmen der Digitalisierung bessere Produkte und Services für eine bessere Welt – und war schon zweimal als Mentor*in bei Jugend hackt.

Vernetzte Welten in Indien und Sri Lanka

Wir freuen uns sehr, unsere Kooperation mit dem Goethe-Institut ausweiten zu können: Nachdem wir die letzten Jahre in Ost-Asien unterwegs waren und dort zahlreiche Schüler*innen-Austausche in Form von Jugend hackt-Hackathons in Seoul, Taipeh, Hongkong und Tokyo durchgeführt haben, zieht es uns jetzt auch nach Süd-Asien.

Eine kleine Gruppe von fünf Jugendlichen und drei Mentor*innen wird im April in gleich zwei Hackathons in Folge indischen Jugendlichen und Mentor*innen begegnen, um dort das Thema „Food Revolution“ zu bearbeiten. Wir sind sehr gespannt auf Neu-Delhi und Kolkata und wie anders dort der Blick auf Essen und Ernährung sein wird. Im Text am Ende seht ihr schon mal, welche Fragestellungen sich hier auftun. Welche Lösungen die Teilnehmenden wohl dafür finden werden?

Vier Jugendliche an einem Tisch mit zwei Laptops.

Vernetzte Welten 2017 in Hongkong [CC BY 4.0 Goethe-Institut]

Vor den beiden Veranstaltungen in Indien gibt es noch einen dritten Hackathon in Sri Lanka, dort werden „nur“ zwei deutsche Mentor*innen und Jugendliche und Mentor*innen aus Colombo teilnehmen. Drei Hackathons in Folge schien uns dann doch bei aller Begeisterung für Jugend hackt zu viel, soll daneben ja auch noch Energie bleiben, um die vielen Eindrücke aufzunehmen, die Länder wie Indien und Sri Lanka zu bieten haben.

Schon Anfang April geht es los, wir werden natürlich alles fleißig dokumentieren und in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung am 12. April zusammenfassen, darüber informieren wir euch dann noch rechtzeitig.

Nun werdet ihr euch fragen: Indien ohne mich? Habe ich eine Ausschreibung verpasst? Nein, es gab dieses Mal keine. Wir sind auf einzelne Teilnehmende zugegangen und haben gefragt, ob sie mitkommen möchten. Das hat zwei Gründe: Zum einen war alles recht kurzfristig und zum anderen hatten wir nur fünf Plätze und Angst, mehr Absagen und Enttäuschungen als Freude zu produzieren. Aber keine Sorge, so ging es auch in Ost-Asien mit einer kleinen ausgewählten Gruppe los, im Folgejahr hatten wir dann eine große Ausschreibung und konnten zahlreiche weitere Menschen mitnehmen. Drückt die Daumen, dass das auch dieses Mal wieder gelingt!

Die Ergebnisse unserer Kooperationen mit dem Goethe Institut der letzten Jahre gibt’s auf Vernetzte Welten.

Fünf deutsche und koreanische Jugendliche stehen, einer von ihnen hat eine Art elektronische leuchtende Brille auf.

Jugend hackt in Südkorea [CC BY Goethe-Institut Korea/Oh Choong Seok]

Die wichtigsten Daten unserer Reise im Überblick:

  • Colombo: 1.–3. April
  • Neu-Delhi: 5.–7. April
  • Kolkata: 9.–11. April
  • Abschlusspräsentation im Livestream (und Aufzeichnung): 12. April
  • Thema: Food Revolution
  • Hashtags: #jhasien #vernetztewelten

Wir werden regelmässig auf Twitter und in unseren Insta-Stories berichten!

Aufzeichnung der Abschlusspräsentation:

Und hier der Text, der das Thema und die Probleme hier vor Ort verdeutlicht:

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Biometrische Systeme hacken kann doch jede*r – starbug (Lightning Talk 2017)

starbug beschäftigt sich im CCC schon seit über zehn Jahren mit biometrischen Systemen und wie man sie überwindet. Dazu gehören Verfahren wie Fingerabdrucksensoren, Gesichtserkennung, Iriserkennung und mittlerweile auch Venenerkennung. Seine Frage: Warum macht das nicht jede*r?

Ein Blick in die Nuller Jahre: Fingerabdrucksensoren in Computermäusen und -tastaturen haben ein so schlechtes Sicherheitskonzept, dass man sie einfach per Anhauchen austricksen kann. Der CCC bringt das Thema Biometrie in die Medien, nachdem jemand den Fingerabdruck des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble von einem Trinkglas besorgt. Sekundenkleber, Laserdrucker, Holzleim – fertig ist die Attrappe für den eigenen Finger. Mittlerweile reicht auch schon ein gutes Foto einer Hand, um einen Fingerabdruck zu übernehmen.

Aktuell kommt man in Sachen Gesichts- und Iriserkennung mit Fotos und ein paar einfachen Tricks wie Infrarotfotografie an vielen Systemen vorbei, selbst bei relativ neuen Handys. Fortschritte in der Echtzeit-Videoberechnung, mit der man seine eigene Mimik auf das Video einer anderen Person legen kann, überlisten Algorithmen, die auf bewegte Gesichter zur Erkennung bestehen. Nächster Schritt: Handvenenerkennung – auch hier ist starbug dem Stand der Technik voraus, wie sein Vortrag auf dem 35c3 zeigt.