Farewell, Maria

Wenn Zustände lange schön und richtig waren, dauert es etwas, bis man sich von ihnen lösen kann.
So ging es Maria mit uns und uns mit Maria.
Nun ist aber der Moment gekommen und wir sagen auch ganz offiziell: so long, and thanks for all the fish!

Wir haben die Gründung von Jugend hackt, tausend gute Gedanken und ein riesiges Programm Maria mit zu verdanken, dazu kommen auch ganz viele persönliche Geschichten, gemeinsames Wachsen und Stolpern, Lachen und Weinen.

Maria sagt:

Auf dem Berliner Event im Oktober hatte ich mich schon von euch verabschiedet. Dass ich den versprochenen Blogpost so lange aufgeschoben habe, ist kein Zufall. Noch einmal explizit auszubuchstabieren, dass meine Zeit bei Jugend hackt vorbei ist – gar nicht so leicht!


Ich hatte viel Spaß und habe unglaublich viel gelernt. Was für eine intensive Zeit die Arbeit an Jugend hackt war: eine Idee, die auf der Straße lag und aufgesammelt gehörte, hat sich in ein lebendiges, nicht nur für mich identitätsstiftendes Gebilde im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus verwandelt.
Wenn ich nur eine einzige Sache hervorheben dürfte, die diese Zeit und Zusammenarbeit mit den großartigen Kolleg*innen der OKF, von mediale pfade, den Städte- und Netzwerkpartnern und den Mentor*innen ausgemacht hat, dann würde ich die absolut zukunftsfreudige, neugierige und offene Atmosphäre herausheben. Von den Kindern und Jugendlichen, die in der Mehrheit ganz selbstverständlich alle unproduktiven Geschlechtergrabenkämpfe hinter sich gelassen zu haben scheinen, ganz zu schweigen.
Da ist sie, die Zukunft.

Ich kann eigentlich unmöglich irgendwen hier heraus heben, so viele Pusherinnen und Ermöglicher hat das Werk. Aber uneigentlich ist es doch ganz leicht:
Ohne Daniel und Paula, meine beiden engsten Mitstreiter*innen, Ideen- und Arbeitsmaschinen, wäre nicht annähernd so viel gelaufen und Jugend hackt nicht so groß geworden – und mir selbst schon deutlich eher die Puste ausgegangen.
Ihr seid in Gold nicht aufzuwiegen. Ich danke euch für alles von Herzen!
Eure Maria

Dem können wir nur ein schnief und alles alles alles Gute von der ganzen Jugend hackt Community hinzufügen.
Alpakanasenstüber
Paula und Daniel für das gesamte Team

Was ist Datenjournalismus? – Kira Schacht (Lightning Talk 2017)

„Wie ein anderer Journalist Menschen befragt, befrage ich Datensätze“, sagt Kira Schacht. Sie ist Datenjournalistin (wie auch Michael Kreil) und erklärt in ihrem Vortrag auf den Punkt, was man in diesem Beruf macht. Die Themensuche und die Recherche – das läuft genau wie im Journalismus ohne Daten- davor, dann geht es aber in Tabellen und Zahlen, in offene und nicht so offene Datensätze. Als Datenjournalistin muss man auch Entwicklerin und Künstlerin sein, um das Wissen in den Daten zu finden und verständlich und schick aufzubereiten. Und ja, dafür braucht man auch Mathe.

Ein Beispiel aus dem Vortrag: Die Rückkehr der Wölfe für den RBB, Kiras damaligen Arbeitgeber: Eine interaktive Karte, wo in Ostdeutschland Wölfe gesichtet wurden, wo sie Mensch und anderen Tieren begegnen, kombiniert mit Texten und Videomaterial.

Kira hat Datenjournalismus an der TU Dortmund studiert und sagt: „Ich hab das nicht alles von Anfang an gekonnt.“ Viel gelernt hat sie im Netzwerk Journocode, das als gemütliches Donnerstagabend-Meetup von angehenden Datenjournalist*innen mit Pizza gestartet ist – jede Woche mit der Idee „Was können wir heute voneinander lernen?“. Kira ist heute freie Datenjournalistin bei der Deutschen Welle.

 

 

Trommelwirbel – die Standorte für unsere ersten Jugend hackt-Labs stehen fest!

Im vergangenen Mai haben wir zum ersten Mal von den geplanten Jugend hackt-Labs berichtet – regionale Standorte mit regelmäßigen Treffen, Workshops und Vorträgen für Jugendliche. Seither hat sich das Berliner Team vergrößert, wir haben eine Lab-Ausschreibung ausgetüftelt, Bewerbungen gesichtet und Gespräche geführt. Und am Ende eine Entscheidung getroffen.

Unsere Partner*innen für die Pilot-Labs

Als Partner*innen für unsere Pilot-Labs konnten wir das Verschwörhaus in Ulm (Baden-Württemberg) und den Verstehbahnhof in Fürstenberg (Brandenburg) gewinnen. Ulm hat bereits einiges an Jugend hackt-Erfahrung, denn hier finden die Jugend hackt-Wochenend-Events schon seit 2015 statt. Der Verstehbahnhof in Fürstenberg ist neu auf der Jugend hackt-Karte, aber nicht unbekannt: Dahinter steckt der Verein havel:lab e.V., dessen Vorsitzender Daniel Domscheit-Berg bei uns schon Mentor war.

In den kommenden Wochen stellen wir euch hier im Blog die beiden Standorte und Teams dahinter nochmal genauer vor. Bereits online ist unsere neue, ständige Infoseite unter jugendhackt.org/labs.

Der Weg dorthin

Das Ausschreibungsverfahren war ein spannender Prozess und uns haben überwältigend viele Bewerbungen erreicht. Die Ausschreibung wurde über sehr reichweitenstarke Verteiler verbreitet (unter anderem das Bibliotheksportal, den Verbund offener Werkstätten oder auch netzpolitik.org – danke dafür!) und wir haben Interessensbekundungen von sehr unterschiedlichen Institutionen und Organisationen erhalten. Schlussendlich haben wir rund 30 Bewerbungen gesichtet und über 30 Anfragen beantwortet. Vielen Dank. Jede einzelne Anfrage und Bewerbung zeigt den riesigen Bedarf, den es an außerschulischen Bildungsangeboten gibt und bestätigt uns in unserer Arbeit, Jugend hackt voranzutreiben.

Deutschlandkarte mit 14 hervorgehobenen Regionen, aus denen die Bewerbungen kamen: Schleswig, Raum Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, zwei Regionen in Brandenburg, Raum Münster, Raum Bielefeld, Raum Kassel, Raum Düsseldorf, Raum Kassel, Raum FFM, Raum Jena, Ostsachsen, Raum Karlsruhe, Raum München.

Der Karte kann man im Groben die Verteilung der Bewerbungen entnehmen.

Nach dem Ende der Bewerbungsfrist haben wir eine Hand voll Organisationen zu Gesprächen eingeladen. Die Entscheidung fiel bereits im Dezember. Dank der SKala-Förderung können wir in Kürze starten und gemeinsam mit den regionalen Koordinator*innen die Arbeit an den konkreten Angeboten aufnehmen. Die regionalen Koordinator*innen übernehmen an den ersten zwei Standorten die Organisation und Koordination der Angebote vor Ort und werden auch die Folge-Labs mit ihrer Expertise unterstützen.

Insgesamt haben wir festgestellt, dass sich nicht nur auf politischer Ebene im letzten Jahr viel im Bereich der Digitalisierung getan hat, auch im zivilgesellschaftlichen Bereich lässt sich einiges an Aktivität verzeichnen. An vielen Orten entstehen neue Hack- und Makerspaces, Bibliotheken richten Fablabs ein und Bürger*innen beginnen damit, eigene Daten über ihre Umwelt zu erfassen, auf denen sie dann politische Forderungen aufbauen (zum Beispiel luftdaten.info). Genau auf diese Entwicklung bauen wir mit unseren Jugend hackt-Labs. Das enorm große Interesse an unserer Ausschreibung bestätigt uns darin, denn diese neuen zivilgesellschaftlichen Räume müssen mit neuen Angeboten gefüllt werden. Wir hoffen, mit den Jugend hackt-Labs dazu einen entscheidenden Beitrag zu leisten.

Wie geht es weiter?

Die Angebote in den Labs starten im Juli 2019. 2020 und 2021 folgen dann pro Region je zwei neue Labs, sodass 2021 sechs Jugend hackt-Labs in Betrieb sein werden. Parallel dazu tüfteln wir gerade auch an unserer Online-Community und wie diese zukünftig auch helfen kann, die Leere zwischen den Wochenend-Events zu überbrücken.


Fotos zur Berichterstattung (Download, Lizenz- und Quellenangabe per Klick):

Jugend hackt in Berlin 2018 Jugend hackt in Berlin 2018 Jugend hackt Ulm 2018 Jugend hackt Ulm 2018 Jugend hackt Ulm 2018