In Jugend hackt steckt viel Engagement

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von Philip Steffan

Jugend hackt wäre ohne sehr viel ehrenamtliches Engagement überhaupt nicht möglich. Das klingt wie eine nette Phrase zum Einstieg, entspricht aber einfach den Tatsachen. Bezahlt werden bei Jugend hackt nämlich nur ein Bruchteil der Menschen, die sich einbringen, damit Jugendliche mit Code die Welt verbessern können: Die Hauptamtlichen bei den Vereinen Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade in Berlin und einige regionale Organisator*innen, die bei verschiedenen Trägern angestellt sind.

Der Großteil der erwachsenen Community von Jugend hackt sind ehrenamtlich dabei: Etwa 40 Menschen in den Event- und Lab-Organisationsteams in einigen Städten, rund 120 Mentor*innen und viele weitere Helfer*innen. In jedem Jahr unseres Programms stecken über 10.000 Stunden Ehrenamt.

Die Organisationsteams bereiten die Termine lange vor dem eigentlichen Datum vor und kümmern sich um alles von der Kommunikation bis hin zur Raumdekoration. Je nach Größe des Events werden sie vor Ort von vielen helfenden Händen unterstützt, die sich um die Teilnehmer*innenverwaltung, Verpflegung und Technik kümmern.

Die Mentor*innen bei Jugend hackt leisten die meisten ehrenamtlichen Stunden und sind die wichtigsten inhaltlichen Ansprechpartner*innen für die Jugendlichen: Sie unterstützen mit Fachwissen in verschiedenen Programmiersprachen, helfen aber auch beim Projektmanagement und begleiten die Teilnehmer*innen dabei, eigene Antworten auf ihre Fragen zu finden.

Anerkennung und Respekt

Wir haben großen Respekt vor diesen vielen Menschen, die überall im Vorder- und Hintergrund ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit für eine gute Sache schenken: Jugendlichen einen Raum zu schaffen, ob für einige Stunden oder ein ganzes Wochenende, in dem sie gemeinsam an ihren Ideen arbeiten können.

Mit dieser Zeit und Aufmerksamkeit und Arbeit, die uns die Freiwilligen schenken, versuchen wir verantwortungsbewusst umzugehen. Über die Jahre haben wir für unsere Mentor*innen viele Ressourcen entwickelt, damit sie vor einem Event wissen, was auf sie zukommt.

In unseren pädagogischen Schulungen geben wir ihnen Tipps und Tools an die Hand, die ihnen beim Mentoring helfen. Auf der Veranstaltung selber besprechen wir uns mehrmals täglich, um schnell herausfinden zu können, wo noch mehr Support benötigt wird und ob es allen Anwesenden – ob Teilnehmer*in oder Mentor*in – gut geht. Pausen und Rückzugsräume ermöglichen es, immer wieder den Kopf freizubekommen.

Nach dem Event kommen wir alle noch zu einer Nachbesprechung zusammen, sprechen offen darüber, was gelungen ist und was gescheitert, und lernen daraus für die Zukunft. Wir pflegen eine offene Fehlerkultur: Wir sind uns bewusst, dass nicht immer alles wie erhofft gelingt und es daher auch Frustmomente gibt. Umso wichtiger, darüber nicht zu schweigen, sondern offen Lösungen zu suchen.

Motivation für das Engagement

Was motiviert unsere Mentor*innen, freiwillig so viel Energie ins Ehrenamt zu stecken? Von vielen wissen wir, dass sie sich ein Programm wie Jugend hackt als Jugendliche selbst. gewünscht hätten: Orte, an denen man andere junge Menschen mit Neugier auf Code kennenlernt, die ebenfalls auf der Suche nach Gemeinschaft und Sinn sind.

Unser Code of Conduct, also unsere Regeln für den Umgang miteinander, spricht ebenfalls viele Ehrenamtliche an: Darin bekennen wir uns zu einem achtsamen Miteinander, gegenseitigem Respekt und stellen uns aktiv gegen Diskriminierung. Wir setzen uns für eine bunte, diverse und verantwortungsvolle (Technik-)Community und Gesellschaft ein und stehen hinter den Prinzipien der Hacker*innen-Ethik. Das sind Werte, die motivieren.

Mentor*innen sind automatisch auch Vorbilder für die Jugendlichen. Wir achten daher bewusst auch darauf, den Teilnehmer*innen eine möglichst gemischte Gruppe von Mentor*innen zur Seite zu stellen. Wir wollen Diversität fördern, unter anderem in Form von geschlechtlicher Vielfalt, unterschiedlichen Bildungshintergründen und unabhängig von Herkunft und Hautfarbe.

Nicht zuletzt ist Mentoring auch keine Einbahnstraße: Wer Kraft und Zeit hinein steckt, bekommt als Mentor*in vieles zurück: Freude, Wissen, Stolz und Hoffnung. Unsere Mentorin Simone, die beim Event in Berlin mithilft, hat es einmal so beschrieben:

Wenn ich aus dem Wochenende rauskomme, kann ich tatsächlich fast schon tänzelnd durch Berlin laufen, weil ich merke: Wenn das, was diese Kids auf die Beine stellen, unsere Zukunft ist, dann freue ich mich auf diese Welt von morgen.“

Es ist eben nicht nur Pflicht und Einsatz, als Mentor*in bei Jugend hackt dabei zu sein: Unsere Events und Workshops sind spannend, menschlich und machen Spaß. Sie ermöglichen eine bereichernde Begegnung auf Augenhöhe, von der alle Anwesenden etwas mitnehmen.

Unser Mentor Abraham spricht in diesem Portrait der Reihe Jung. Digital. Engagiert. darüber, warum er bei Jugend hackt dabei ist.

Gutes Ehrenamt ist nicht umsonst

Wie finanziert sich Jugend hackt?

Seit 2013 hat eine Vielzahl an unterschiedlichsten Geldgeber*innen die verschiedenen Angebote von Jugend hackt ermöglicht.

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Es kostet Zeit und Geld, die Materialien und Methoden zu entwickeln, damit unsere Ehrenamtlichen ihre geschenkte Energie so sinnvoll und frustfrei wie möglich einsetzen können. Dafür ist unser hauptamtliches Team von Expert*innen da, und wir machen diese Arbeit gerne, weil uns allen sehr an der Jugend-hackt-Community gelegen ist, den Jugendlichen wie den Erwachsenen.

Hinter Jugend hackt steht keine Grundförderung und auch kein Unternehmen. Wir sind als unabhängiges Programm laufend auf Gelder von Stiftungen und Förderprogrammen und auf Spenden einzelner Firmen und Privatpersonen angewiesen.

Jeder Euro an Jugend hackt bewirkt am Ende viel mehr als man denkt: Eine Handvoll Hauptamtliche entwickeln damit die Räume und Konzepte, die viele Dutzend Ehrenamtliche in die Praxis umsetzen, um damit Hunderten von Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, mit Code die Welt zu verbessern – ihre eigene als auch die Gesellschaft im Ganzen.


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