Die neue Online-Community von Jugend hackt

Wir mögen Freie und Open-Source-Software (FOSS) und sind große Fans davon, immer zu wissen, wo sich unsere ganzen Daten eigentlich so aufhalten. Diese Haltung geben wir auch auf unseren Events weiter. Da, wo wir im Jugend hackt-Team noch selbst auf geschlossene Systeme und ferne Clouds setzen, suchen wir inzwischen nach Alternativen.

Eine größere Umstellung haben wir im Juni nach rund acht Monaten Vorbereitung geschafft: Unsere neue Jugend hackt Online-Community auf Basis der Open-Source-Software Zulip ersetzt nun die Chat- und Kommunikationssoftware Slack, auf der die Jugendlichen in den letzten Jahren vor allem auf unseren Events, aber auch dazwischen miteinander Kontakt hielten.

Das ist Zulip – und wem das zu hell aussieht, der kann die App natürlich auch im „Dark Mode“ mit dunklem Hintergrund nutzen.

Im Vorfeld haben wir uns eine Handvoll Slack-Alternativen angeschaut und mit unseren Anforderungen abgeglichen. Dabei ging es uns nicht nur um das Lizenzmodell des Programmcodes und wo am Ende auch personenbezogene Daten liegen, sondern auch um vermeintliche Kleinigkeiten wie die Möglichkeit, mit Emoji auf Nachrichten zu reagieren oder vom Handy aus zu schreiben – moderne Kommunikation eben. Drei in Frage kommende Plattformen haben wir danach lokal installiert und im Team und mit interessierten Nutzer*innen ausprobiert. Nach einigen Wochen haben wir uns für Zulip entschieden.

Zulip statt Slack

Was Zulip anders macht als vergleichbare Systeme: Statt Threads (Diskussionsfäden) gibt es hier in jedem Kanal die sogenannten Themen – vergleichbar mit dem Betreff bei E-Mails. Praktisch ermöglicht das, in einem Kanal, z.B. #köln, zeitgleich mit vielen Menschen über mehrere verschiedene Dinge zu diskutieren, ohne dabei den Überblick zu verlieren, welche Antwort sich worauf bezieht. Der erste praktische Einsatz in Rostock auf dem Event im Juni hat gezeigt, dass das ziemlich gut funktioniert. Es hilft auch User*innen, die nur gelegentlich reinschauen, sich schnell einen Überblick zu verschaffen und einzelnen Themen zu folgen.

Außerdem gefällt uns, dass Zulip in Python geschrieben ist. Eine Sprache, die viele Menschen im Jugend hackt-Umfeld beherrschen. Es ist durchaus möglich, dass wir als Community in den nächsten Monaten und Jahren eigene Features zu Zulip beisteuern oder individuell anpassen werden.

Mit dem Umzug auf diese neue Software, die auf unserem eigenen Server hamilton (nach Margaret Hamilton) läuft, machen wir außerdem aus einem sporadisch genutzten Kommunikationskanal eine dauerhafte Anlaufstelle. Eine richtige Online-Community, in der wir uns auch zwischen den Veranstaltungen austauschen und gemeinsam an Projekten arbeiten.

Unser Community-Manager Philip wird dafür ab September jeden Monat neuen Input in Form von Themenmonaten liefern. Bereits in der kommenden Woche werden wir in einer Fragerunde zwei Entwickler von Zulip zu Gast haben, die den Jugendlichen Fragen zur Software und zum Mitmachen bei Open-Source-Projekten beantworten werden.

Unsere Online-Community, unser Zulip-Server, ist genau wie unsere Events ein geschlossener Schutzraum für die Jugendlichen und unsere Mentor*innen und nicht für die Allgemeinheit zugänglich. Jugend hackt-Teilnehmer*innen und -Mentor*innen, die noch keine Einladung erhalten haben, können sich gern bei uns melden.

2 Antworten zu “Die neue Online-Community von Jugend hackt”

  1. Dominik sagt:

    Vielen Dank für diesen Einblick. Darf ich fragen, was die beiden Alternativen waren, die neben Zulip getestet wurden?

    • sebastian.schroeder sagt:

      Das waren die ebenfalls freien Messenger Mattermost und Rocketchat. Bei beiden hat uns vor allem nicht gefallen, dass es keine Threads gibt. Zulip ist von der Nutzung ganz neu und hat uns am besten für die Online-Community gefallen.

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