Das war Jugend hackt 2015 in Berlin

Es war das bisher größte Jugend hackt mit 140 Teilnehmer/innen und 26 tollen und spannenden Projekten. Nach vier erfolgreichen, regionalen Events in diesem Jahr, kamen bei Jugend hackt in Berlin Jugendliche aus ganz Deutschland zusammen.

Soziale Angelegenheit (CC-BY 3.0 Leonard Wolf)

Soziale Angelegenheit (CC-BY 3.0 Leonard Wolf)

Bei Jugend hackt haben alle Teilnehmer/innen bewiesen, wie sehr es jungen Menschen am Herzen liegt, mit Code die Welt zu verbessern und so die Gesellschaft mit zu gestalten. Beim dritten Jugend hackt in Berlin standen ihnen dabei 48 Mentor/innen mit ihren Erfahrungen bei der Ideenentwicklung und Umsetzung zur Seite.

Die Jury – bestehend aus Imma Chienku von R​efugees Emancipation e.V.,​ Cecilia Palmer von F​ashion & Code, ​Tim Pritlove vom C​haos Computer Club e.V. ​und Jens Ohlig als Vertreter der Mentor/innen – stand vor der schweren Entscheidung, aus all den kreativen Ideen und spannenden Projektansätzen, ihre Favoriten zu wählen.

Jugend hackt sagt #refugeeswelcome

Refugee-Teilnehmer erzählen von ihren Erfahrungen (Foto: CC-BY 3.0 Leonard Wolf)

Refugee-Teilnehmer erzählen von ihren Erfahrungen (Foto: CC-BY 3.0 Leonard Wolf)

Gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung haben wir erstmals den Themenschwerpunkt auf #refugeeswelcome und Antirassismus gesetzt. Den Preis in dieser Kategorie bekamen David, Constantin, Kevin, Jan, Anna, Roman, Alexander und Patrice mit ihrem Projekt „Germany says Welcome“, ein Netzwerk für Geflüchtete und Helfer/innen. Das Projekt stärkt in diesem historischen Moment, in dem sich Deutschland gerade befindet, das Gefühl von Zugehörigkeit für Geflüchtete, hilft bei der Verständigung und will so Barrieren überwinden. Bereits bei Jugend hackt West in diesem Jahr wurde „Germany says Welcome“ angestoßen und in Berlin mit einem erweiterten Team weiterentwickelt.

Auch die anderen Projekte, die in dieser Kategorie entstanden sind, haben großen Applaus verdient. Mondanzo, Dome, Yannic, Ben, Robert und Karl wollen mit ihrem Projekt den Datensatz der „Refugee Phrasebook“ Initiative zugänglich machen. Dabei handelt es sich um ein online Wörterbuch mit den wichtigsten Bergriffen zur Verständigung im Alltag mit Geflüchteten. Doch nicht nur Sprachbarrieren wollen die Teilnehmer/innen überwinden. „Fuck Borders“ von Hagi, Mumu, Finn, Keanu, Mika und Ilias ist ein Meldesystem mit einer Karte über die Beschaffenheit von Europas Grenzen und offene Stellen. Malte, Jonas, Nele, Tomas, Nina, Noah und Johanna schufen mit „Active Germany“ ein Netzwerk für gemeinsame Aktionen von Geflüchteten und Helfer/innen oder Einheimischen zum besseren Verständnis anderer Kulturen und Sprachen.

Meine Daten gehören mir

Der Preis für den „besten Code“ ging an Shakmar, Hackalife, Hanf, Sternenseemann, Bez und Brotknust. Mit „Q​uerschläger (ricochet)“ ist verschlüsseltes und anonymisiertes Chatten über das Tor-Netzwerk einfach möglich. Dabei benutzen sie verschiedene Frameworks bis hin zur funktionalen Programmiersprache Haskell. Ebenfalls um einfach bedienbare Verschlüsselung geht es Moritz mit „invisiblePGP“. Schon seit 1991 existiert PGP und noch niemand hat es geschafft, es einfach bedienbar für jeden zu machen. Das ist sein großes Ziel.

Für direkteren Einfluss von Bürgern auf Gesetze haben Tadeo, Felix und Max „Polivote“ umgesetzt: eine Webseite mit Feedback an Politiker, die gleichzeitig aktuelle Informationen zur Plenarsitzung im Bundestag und Gesetzesentwürfe einfach verständlich anzeigt. Weil das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung (VDS) schnell und fast kritiklos verabschiedet werden konnte, zeigen Jeremy und Jakob mit „18-5088“, welche Auswirkungen das hat. Mit ihrem Projekt möchten sie unter anderem durch Visualisierungen die Konsequenzen dieser anlasslosen Massenüberwachung verdeutlichen.

Und was passiert mit meinen Daten?

Hardwarebastelei im FabLab Berlin (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Hardwarebastelei im FabLab Berlin (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Was der BND kann, kannst Du auch“ haben sich Joris, Phillipp, Tim, Sören, Johannes und Gian Luka gedacht und sammeln wie ein Geheimdienst in sozialen Netzwerken Daten von einzelnen Personen (die zugestimmt haben) und stellen sie zur Verdeutlichung der Datenfülle auf eine Webseite. Spielerisch gehen Fabian, Niklas, Marius, Elias, Marko, Raven, Julian und Paul mit „NoCam“ das Thema Überwachung an. Eine Karte zeigt Überwachungskameras in der Umgebung. Ziel des Spiels für Smartphones ist es dann, so wenig wie möglich Kameras zu begegnen.

An dem Projekt „Privacy Patch“ sind mit Moritz, Altan, Jan, Ole, Jan, Moritz, Christian, Noah und Fabian gleich vier Gruppen (Software, Design, IR LED und LCD Display) beteiligt. Sie haben verschiedene Verfahren entwickelt, mit denen die Kamera im Smartphone nur das erfasst, was sie auch darf. Wahlweise werden die Bilder entweder mit LEDs vor der Linse geblendet oder eine Scheibe davor wird einfach undurchsichtig. Vom richtigen Blickwinkel ist abhängig, was die Betrachter/innen beim „Lichtfelddisplay“ von Birk und Ruth sehen. Mittels Linsen auf dem Bildschirm werden gleichzeitig verschiedene Inhalte in verschiedene Richtungen angezeigt.

Musik und gute Laune

Für den größten „Aha-­Moment“ haben Alex, Hartmut, Philipp, Lukas, Nicolas, Lukas und Mathias mit „M​usicSync“​ gesorgt. Damit spielen mobile Geräte, egal ob mit iOS oder Android betrieben, gleichzeitig die selbe Musik ab und bilden so ein Netzwerk aus Lautsprechern. Das Team hat eine konkrete Idee schnell und zielorientiert umgesetzt, befindet die Jury.

Mit der „Eventkarte“ von Nina, HaPe, Liam und Sören können sich Teilnehmer/innen endlich schon vor der Hinfahrt absprechen und gemeinsam zu Events fahren. Gleich zwei Projekte wollen einem den Einstieg in den Tag erleichtern. Der „Smart Mirror“ von René und Moritz zeigt beim Blick in den Spiegel Nachrichten und Wetter an. Das „Gute-Laune-Fenster“ von René, Elias und Malte sorgt dazu noch mit Katzenbildern dafür, dass selbst Morgenmuffel lächeln müssen. Mit dem Bewertungssytem „Teecher“ wollen Noah, Robin, Manu, Jonas und Merlin die Kommunikation zwischen Schüler/innen und Lehrer/innen verbessern.

Zukunft mit System gestalten

Konzentriertes Arbeiten (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Konzentriertes Arbeiten (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Sowohl der Preis für „das beste Design“ – weil sie eine großartige Idee in nur kurzer Zeit elegant umgesetzt haben – als auch der Hauptpreis „Mit Code die Welt verbessern“ gingen an Jakob, Paul, Émile, Sam, Linus, Simon, Tobias und Alexander mit der „Latampel“: ein intelligentes Ampelsystem, mit dessen Hilfe Unfälle mit Fahrradfarern und unnötiges Warten an roten Ampeln vermieden werden soll. Die Welt verändern, bedeutet eben auch in kleinen, konkreten Schritte Dinge zu verbessern.

Menschliche Staus vermeiden und städtische Infrastruktur optimieren kann auch „CrowdFlow“. Zur Umsetzung brauchten Loreen, Lars, Jaro, Max, Gregor und Anna nach eigener Aussage vor allem 100 Meter Netzwerkkabel, Kabelbinder, Koffein und Kafka. Mit „UDE – Umwelt Daten Erfassung“ sammeln Levy, Pascal, Moritz, Florian und Cheyenne mit Sensoren Daten aus der Luft und stellen eine offenen Datenbank zur Verfügung.

Mit Technik gesünder leben

Spaß beim Programmieren (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Spaß beim Programmieren (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Um die Gesundheit sorgen sich Ernst, Johann, Byron und Timon. Ihre „Pillbox“ erinnert vergessliche Patienten daran ihre Medikamente einzunehmen. Ein RaspberryPi steuert die Daten und alarmiert, wenn die Medizin nicht genommen wurde. Auf der Webseite von „Krebs-Check24“ zeigen Luisa, Paula, Theresa und Lydia, wie weit die Krankheit Krebs verbreitet ist. Auf verschiedenen Karten werden die Einflüsse von Geschlecht und Bundesland übersichtlich dargestellt.

Scan ess einfach“ von Illias, Janek, Henning, Olivia, Rebecca, Leeloo, Florian und Jonathan macht Schluss mit den verwirrenden Begriffen von Zutatenlisten auf Verpackungen. Nach dem Scannen des Barcodes, zeigt die App einfach und verständlich, was wirklich drin ist.

Kleine Helfer mit großer Wirkung

Mit dem „Antikollisionssystem 360°“ können Drohnen nicht mehr zusammenstoßen. Daniel, Lars, Moritz, Ian und Enno haben ein Steuerungsmodul entwickelt, das warnt und reagiert, wenn der Drohne etwas zu nahe kommt. Ein Hilfsmittel zum Verwalten und Bedienen mehrerer Server gleichzeitig haben Marc, Yannis und Noah-Jerome das Konfigurationswerkzeug „Servoxit“ entwickelt. Das ist sowohl über eine Web-Oberfläche als auch eine App für Android möglich.

Wissen, wie erfolgreich ein Tweet wahrscheinlich sein wird – dafür braucht man jahrelange Erfahrung. Jetzt nicht mehr! Johannes, Markus, Marc und Max analysieren mit „Tweesion“ Texte, bevor sie gesendet werden. Die Web-App gibt Empfehlungen für fehlende Hashtags und sagt, wie gut er wahrscheinlich ankommt.

Danke

Wir freuen uns mit allen Teilnehmer/innen über all die großartigen Projekte, die entstanden sind und selbstverständlich auf das nächste Jugend hackt mit Euch.

Fiona Krakenbürger (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Fiona Krakenbürger (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Eine Übersicht aller Projekte des Wochenendes findet Ihr auf Hackdash und auf unseren Youtube Channel kann man  die Abschlusspräsentation in voller Länge ansehen. Alle Bilder dieser Seite und noch viele mehr (CC-BY 3.0 Jugend hackt, Leonard Wolf) findet Ihr auf Flickr.

Zum Schluss noch ein riesengroßes Dankeschön an all die grandiosen Mentor/innen, Helfer/innen und Mitorganisator/innen, die mit spürbar viel Freude und Leidenschaft dieses Jugend hackt möglich gemacht haben!

Bedanken möchten wir uns natürlich auch bei unseren Partnern, Förderern, Sponsoren und Unterstützern. Dieses Jahr haben uns unter anderen die Medienanstalt Berlin Brandenburg, Stark gemacht! – Jugenddemokratiefond Berlin, die Bundeszentrale für politische Bildung, Google, die Technologiestiftung Berlin und Capgemini finanziell unterstützt – Vielen Dank!

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