So war es bei Jugend hackt in Rostock

Wir haben es also wieder getan: Jugend hackt war zum zweiten Mal mit einem Event in Mecklenburg-Vorpommern zu Gast, oder aus Landessicht gesagt, Jugend hackt MV hatte sein zweites Event. Diesmal waren wir in Rostock, genauer in Warnemünde im Technologiecampus.

Wir, das waren 33 Teilnehmende und 15 Mentor*innen bei Jugend hackt und acht Teilnehmende und fünf Mentor*innen beim verknüpften und zeitgleich stattfindenden Format hello world. Bis zu 13 Begeisterte arbeiteten dazu noch an der Organisation des Events vor Ort mit.

Das Wir vom Textanfang bezieht sich also insgesamt auf 73 Personen. Und es war ein Wir! Uns einte nicht nur das Ziel. Uns einte der Geist des Jugend-hackt-Programms: junge Menschen mit aufkeimenden IT-Fähigkeiten zusammenzubringen und sie dabei zu unterstützen, sich als selbstwirksamen, begeisterten und begeisternden Teil der modernen Gesellschaft zu erleben.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Jacob Waak

Jugendarbeit ist inklusiv im besten, umfassenden Sinne, hier wird sie gelebt. Das ist nicht daher gesagt weil es hübsch ist und Zeitgeist. Diese Inklusion, dieses Sein-dürfen und gut so zu sein wie man eben ist, in so einem großartigen, unterstützenden Setting zu erleben, verändert nicht nur die Teilnehmenden. Es ist auch einer der Gründe, warum ehrenamtlich agierende Mentor*innen Zeit mit den Kindern und Jugendlichen verbringen, in der sie unterstützend und begleitend tätig sind. Das gilt auch so für andere Unterstützende, die durchaus nicht immer alles verstehen müssen, was da technisch so besprochen, programmiert und gebastelt wird. Sie sind Teil der Gemeinschaft bei einem Event von Jugend hackt.

So sind dann auch in Rostock wieder großartige Projekte und Projektideen entstanden. Sie heißen Besteuerung von Internetgiganten, Weltprobleme-Newsticker, Safe Delete für Gesetze, Fußabdruck-Verbesserer, HumiPedia, Biohacking-Lite, PacTrac, Touch Enchantments, Minecraft in 3D und Halbautomatische Hobbygärtnerhilfe und stehen unter dem Thema „Mit Code die UM:WELT verbessern“.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Jacob Waak

In dem sich weiter entwickelnden Format von Jugend hackt liegt die Stärke zum Beispiel auch darin, hier auf jeden Wettbewerbsansatz zu verzichten. Er wird schlicht nicht benötigt, nicht als Motivation und auch nicht als Anerkennung. Anerkennung erleben die jungen Menschen im Projektverlauf immer wieder. Wertschätzung, Selbst- und Mitbestimmung sind Grundsätze der Jugendarbeit, die auch hier so gelebt werden. Das zu erleben, motiviert nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch die Mentor*innen und Organisator*innen. Auch sie sind Teil des Ganzen und mitverantwortlich für den Erfolg der Kinder und Jugendlichen. Wer es erlebt hat, gibt mir sicher recht: den Erfolg und die Begeisterung von anderen mitverantwortet zu haben, ist ein großartiges Gefühl.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Jacob Waak

Dank Felix und Sokrates hatten am Ende alle das benötigte WLAN in ausreichender Verfügbarkeit. Dank Danimo vom C3VOC-Team, Steffi und Hannes hatten wir Livestreams der Lightning Talks und der Präsentationen und haben wir nun Videos davon:

Dank Jakob haben wir großartige Fotos vom ganzen Event. Dank Saadya von der Open Knowledge Foundation, Robert von mediale pfade und Jan (unser Mann in Rostock) hatten wir strukturellen Support für Mentor*innen und Orga. Dank Julia, Micha und Prelle hatten wir eine gekonnte und unterhaltende Moderation im Saal. Und so könnte dieser Text immer weiter gehen, bis alle Namen einmal gefallen wären.

Übernachtet haben wir im Dock Inn, einem stylischen Containerhotel, das Dank der Lage und der Verkehrslage an Frühsommerwochenendmorgen und -abenden in Warnemünde einfach und gefahrlos zu erreichen war.

Was bei mir außer den erwähnten Projekten und Medien noch bleibt, sind die Erinnerungen an besondere Momente in der Gruppe, wie die Hacker*innen-Ethik-Diskussion am Lagerfeuer auf der Wiese hinter der einsamen Parkuhr. Oder die Chaosrunden vor und hinter dem Gebäude und, na klar, die Präsentationen der Projekte!

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Jacob Waak

Was noch bleibt sind die gelungenen Zusammenarbeiten und Verknüpfungen der Hackspaces Schwerin und Rostock – so etwas im Verlauf der Vorbereitung des Events wachsen zu sehen und euch alle gemeinsam und auch in den einzelnen Rollen agierend zu erleben, war großartig und bleibt in Erinnerung.

Was bleibt ist das hello-world-Erlebnis der Medienscouts und Medienscoutsmacher*innen in enger Zusammenarbeit mit den Mentoren aus Rostock und Schwerin.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Jacob Waak

Was bleibt sind die Gespräche mit möglichen Unterstützer*innen in Rostocker Vereinen, Wirtschaft und Verwaltungen. Mit Geduld und der richtigen Strategie wird daraus ein Netzwerk entstehen, das Kinder und Jugendliche außerschulisch dabei unterstützt, mit IT in Kontakt zu kommen und eigene Ideen, Lernaufgaben, Hobbies und Lebenswege zu finden.

Was definitiv bleibt ist Dankbarkeit für den persönlichen Einsatz aller Mentor*innen und Organisator*innen. Euer Einsatz macht den Unterschied und Jugend hackt erst lebendig und hochwirksam bei den Kindern und Jugendlichen. Mit großem technischen Können, mit Feingefühl, mit Herz und Engagement. Danke!

Noch können wir nicht wissen, ob Strukturen entstehen werden in Rostock und ganz MV, die Jugendarbeit mit IT ermöglichen. Noch wissen wir nicht, wann, wo und ob wir uns 2020 in Mecklenburg oder Vorpommern wiedersehen werden. Was wir aber wissen ist, dass wir uns wiedersehen werden, die so talentierten und kreativen Kinder und Jugendlichen, die Mentor*innen und Orga-Leute von Woher-auch-immer. Dieses erfolgreiche Engagement in eigener Sache gibt wohl kaum jemand freiwillig wieder auf. Ein weiterer Grund zur Freude!

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