Im “Spiel des Lebens” wird soziale Ungleichheit verdeutlicht und durch “Paketmagie” entsteht ein dezentrales, umweltfreundliches Logistiksystem – die Jugend im Süden hat gehackt!

42 Stunden, 48 technikbegeisterte Jugendliche, 16 Mentorinnen und Mentoren, und ebenso viele helfende Hände – das war das Rezept für Jugend hackt Süd. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch den Code Week Award, den Jugend hackt Süd für die Austragung des Events erhalten hatte.

Spiel des Lebens

CC BY 3.0 Jugend hackt, Foto: Eva-Maria Kühling/Peter Wozniak

Projekte, wie „World of Schoolcraft“, in dem mit spielerischen Belohnungen, ähnlich wie im Online-Rollenspiel, Schule vollkommen neu definiert wird, zeigen eindrucksvoll, wie kreativ man seine technischen Fähigkeiten einsetzten kann. Oder „PGP – HowTo“, eine individuell auf Vorkenntnisse und Betriebssystem einstellbare Anleitung, die zeigt, wie man den eigenen Mailverkehr verschlüsseln kann. Das Team von “PGP – HowTo” findet, dass viel zu wenige ihrer Freunde verschlüsselte Kommunikation nutzen. In Zeiten von allgegenwärtiger Internetüberwachung wollen sie mit ihrem Projekt Kryptographie für mehr Leute verständlich und attraktiv gestalten. Aber auch andere gesellschaftliche Fragestellungen wurden bearbeitet – das Projekt „Spiel des Lebens“ sensibilisiert beispielsweise auf spielerische Weise für Diskriminierung und soziale Ungleichheit.

Das sind nur drei Beispiele von insgesamt elf spannenden Projekten, die von Freitag bis Sonntag bei Jugend hackt Süd entstanden sind. Unterstützt wurden die Projektteams dabei wieder von 16 tollen Mentor/innen, aber auch Vorträge zu „Hackerethik“ und „GitHub“ sowie optionale Lightning zu Talks zu Themen wie „Netzwerke“, „GameMaker“, „Algorithmik“ oder „Urheberrechte im Netz“ gaben interessanten Input.

Paketmagie

CC BY 3.0 Jugend hackt, Foto: Eva-Maria Kühling/Peter Wozniak

Die Ergebnisse begeisterten bei der Abschlusspräsentation der Projekte am Sonntag nicht nur das Publikum im gut gefüllten Hörsaal. Auch die Jury rund um  den ersten Bürgermeister Gunter Czisch, mit Jens Kohlmeyer (Fakultät  für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie), Katja  Rogers (OK Lab Ulm) und dem Mentor Michael Predeschly war beeindruckt, wie Michaels Statement zum Projekt “Paketmagie” zeigt: „Die  Informatikprobleme, die dort gelöst wurden, bearbeiten andere erst im  Rahmen einer Promotion, nicht schon mit 14 Jahren“. Das Team um Lukas  Epple, Felix Karg und Dominik Wehr hatte zum Thema „Zukunftsstadt“ einen Algorithmus entwickelt, mit dem Gegenstände dezentral von Freiwilligen abschnittsweise von A nach B mitgenommen und zugestellt werden könnten.

BraceLight

CC BY 3.0 Jugend hackt, Foto: Eva-Maria Kühling/Peter Wozniak

Ein anderes Team hatte in der knappen Zeit ein intelligentes Armband entwickelt, das dem Träger eingehende Anrufe und Unwetterwarnungen signalisiert – über Nacht auf einem 3D-Drucker der Universität gedruckt, und von der Hardware bis zur Software selbst entwickelt. Juror Czisch hob in seiner Laudatio die gesellschaftliche Komponente des Engagements der Jugendlichen hervor und lobte die Leistungen der Projektteams: „Ich bin fasziniert davon, was ihr hier auf die Reihe gebracht hat. Wenn sich 16-jährige als Java-Entwickler vorstellen, da hat’s mir fast die Sprache verschlagen – großes Kompliment!“

Da können wir uns nur anschließen und bedanken uns bei den tollen Teilnehmer/innen, den großartigen Mentor/innen und natürlich dem grandiosen Orgateam hinter Jugend hackt Süd, Juka, Mary und Stefan. Außerdem möchten wir unserem Sponsor Teléfonica für die finanzielle Unterstützung danken sowie Think Big für den interessanten Lightning Talk. Und natürlich den regionalen Sponsoren von exxcelent solutions und e.solutions. – Vielen Dank!

Und zum Abschluss noch ein Tweet von Mary, der das Wochenende sehr passend zusammenfasst.

Weitere Infos zu den Projekten finden sich hier.
Die Fotos zur Veranstaltung hier.

Die Projekte und Preise in der Übersicht

Projekt

Von

Preis

Umwelt Challenge
Hannes, Zoe Michelle und Timo
Schatzjäger
Florian und Christoph
PGP – HowTo
Anton, Liam, Hans-Peter, Nina und Fabian
Bestes Design
KOMPLEXiS
Matthias, Patrick, Henning, Joanathan, Fabian und Ilias
Sonderpreis
Vollüberwachter Raum
Luis, Johannes, Oliver, Niklas und Theo
Spiel des Lebens
Johannes, Jannek, Lea, Hendrick, Nuria und Selina Dilara
Mit Code die Welt verbessern
BraceLight
Paul, Lukas, Noah, Moritz und René
Paketmagie
Lukas, Felix und Dominik
Bester Code
World of SchoolCraft
Lukas, Laura, Tim, Kilian, Martin, Tomas und Fabian
Publikumspreis
Dynamic Transit
Ben und Nick
SMAP
Till, Tilmann, Tobias und Maximilian
AHA Moment

Crypto- Hangout

Es ist soweit – Dienstag, 16.6. ab 20 Uhr live im Hangout: alles zu Crypto

Nachdem unser Mentor Björn Reimer, der viele Jahre einen Crypto-Messenger entwickelt hat, ins Thema eingeführt hat, wollen wir mit Lukas Epple, Teilnehmer von Jugend hackt Berlin 2014 (awearness) und gerade am Wochenende bei Jugend hackt Süd teilgenommen, ins Gespräch kommen – und natürlich auch von euch lesen, was euch zum Thema beschäftigt.

Moderiert wird das ganze von Marcus Richter, den viele bestimmt vom Chaosradio, Breitband, Trackback usw. kennen.

Es wird groß, schaltet euch hier an dieser Stelle ein!

Wir veranstalten diese Hangouts mit freundlicher Unterstützung von Google. Vielen Dank!

 

Schaukeln für Freifunk und Katzenbilder für Internetschönheit – Das war Hack your City meets Jugend hackt Ost

Schaukeln für Freifunk und den Umweltschutz, Katzenbilder für Internetschönheit und gegen staatliche Zensur – bei Hack your City meets Jugend hackt Ost sind am Wochenende wieder großartige Projekte entstanden, die auch vom Publikum bei der Präsentation am Sonntag begeistert gefeiert wurden.

TreeFi

CC BY-SA 2.0 Jugend hackt, Foto: Steffen Haas

Unter großem Applaus präsentierten Tita, Leeloo und Yola Ve ihr Projekt TreeFi. Die Idee leuchtet sofort ein: Umweltschutz ist wichtig für die Zukunftsstadt, doch dafür braucht es Anreize. Tita, Leeloo und Yola Ve haben dafür eine tolle Lösung. Nur wer Energie erzeugt durch Radeln oder Schaukeln, bekommt freies W-LAN durch Freifunk. Die gewonnene Energie wird gleich genutzt, um Bäume und andere Pflanzen damit zu gießen – so gewinnen alle. Besonders die Bewohner der Zukunftsstadt, denn freies W-LAN werden wir in Zukunft immer mehr brauchen, davon sind die drei Mädchen überzeugt.

Auch wir Organisator/innen von Jugend hackt, Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade, freuen uns sehr, denn Projekte wie TreeFi sind genau das, was wir mit Jugend hackt erreichen möchten. Junge engagierte Mädchen und Jungen, die Probleme erkennen, Lösungen entwickeln und Prototypen umsetzen, die die Welt verbessern.

Bei Jugend hackt Ost – dem ersten Regionalevent nach zwei Veranstaltungen in Berlin in 2013 und 2014 – gab es dafür gleich eine besondere Kooperation: Hack your City ist ein Programm der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wissenschaft im Dialog. Im Rahmen des Wissenschaftsjahres – Zukunftsstadt geht es darum nach Lösungen für die urbanen Räume von morgen zu suchen. Das Thema kam bei den insgesamt 30 Jugendlichen so gut an, dass sich gleich fünf von acht Projekten damit beschäftigten. Neben TreeFi entstanden Lösungen wie MeineGrüneWelle, oder Taxi Travel Time auf Grundlage von Offenen Daten,  aber auch der Protoyp einer intelligenten Mülltonne wurde gebaut, und ein einfaches Lagersystem für Public Sharing genannt „Easybay“ programmiert – alle Projekte gibt es auf Hackdash.org

Die 16 ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren berichteten beeindruckt, wie schnell sich die jungen Entwickler/innen auf neue Themen einlassen, gesellschaftliche Probleme erkennen und einschätzen können und sofort konstruktiv an machbaren Lösungen dafür arbeiten. Unterstützt wurde dieser Prozess von Input-Voträgen zu „Open Data in Sachsen“ durch Dietmar Gattwinkel, sowie Eric Schwarzrock vom Stadtentwicklungsamt Dresden zu „Herausforderungen Stadtentwicklung“. Dazu kamen optionale Lightning-Talks zu Themen wie „OpenStreetMap“,”Gedanken lesen” oder zur “Sensebox” einem Hardware-Toolkit der Uni Münster.

Neulandeuphonie

CC BY-SA 2.0 Jugend hackt, Foto: Steffen Haas

Auch die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen kam nicht zu kurz. Zum Bereich Überwachung entstand #neulandeuphonie. Das Team bestehend aus Jeremy, Markus, Martin, Karl und Jakob, möchte das Internet schöner machen, indem sie „böse Wörter“ durch „gute Wörter“ ersetzen – Bilder ersetzen sie gleich komplett durch Katzenbilder. Der clevere Hack soll auf ein großes, gesellschaftliches Problem aufmerksam machen: den Umgang repressiver Staaten mit Informationen, staatlicher Zensur und Manipulation. Gedacht ist das Ganze als Installation, die auf Veranstaltungen live demonstrieren soll, wie leicht Informationen verändert werden können. Mehrere Bildschirme zeigen dabei die gleichen Webseiten, z.B. Nachrichtenportale, an – einmal mit manipulierten Daten, einmal die Original-Websites. So wird z.B. aus „Erdogan ist Wahl-Verlierer“ ein „Erdogan ist ein Wahl-Gewinner“.

All die herausragenden Projekte machten es den Jury-Mitgliedern Julia Reda, Mitglied des europäischen Parlaments, Dietmar Gattwinkel, Open Data Beauftragter des Landes Sachsen und Rob Wartenberg als Vertreter der Mentor/innen nicht leicht, eine Auswahl zu treffen. #neulandeuphonie erhielt den „Aha-Moment“-Preis, TreeFi überzeugten das Publikum – eine komplette Übersicht gibt es weiter unten.

Wir, als  Organisator/innen, freuen uns, endlich dem großen Wunsch unserer Teilnehmer/innen nach „mehr“ nachkommen zu können – mehr Events, mehr Infos, mehr Input. Das alles wäre natürlich nicht möglich, ohne Unterstützer. Unser Dank gilt deshalb besonders unseren Partnern vor Ort – dem Medienkulturzentrum Dresden und unserem Programmpartner „Hack your City“ mit der Unterstützung durch das Wissenschaftsjahr – Zukunftsstadt.

Alle Projekte vom Wochenende sind hier zu finden, alle Fotos hier.

Die Aufzeichnung der Abschlußpräsentation ist sehr zu empfehlen – wie @a_ka_es ganz auf unserer Linie von der Veranstaltung twittert:

Die Projekte und Preise in der Übersicht

Projekt

Von

Preis

zeit ist technik
Olivia und Moritz
Intelligente Mülltonne
Kolja, Julian, Tigran und Paul
Mit Code die Welt verbessern
Meine grüne Welle
Noah, Marius und Jupp
Sonderpreis: Zukunftsstadt
TreeFi
Tita, Leeloo und Yola Ve
Publikumspreis
Basic Computer
Steven, Jonathan und Anton
Taxi Travel Time
Max, Stefan und Marc
Bestes Design
Easybay
David, Marco, Daniel, Lars, Martin, Maurice und Ian
Bester Code
Neulandeuphonie
Jeremy, Markus, Martin, Karl und Jakob
AHA Moment