Jugend hackt in Hamburg 2019

50 Jugendliche verbessern mit Code die Umwelt

Die öffentliche Debatte um Klima- und Umweltschutz hat auch die Jugendlichen beim Hamburger Event am Wochenende 30. August – 1. September 2019 beschäftigt. In insgesamt zehn Projekten wurde designed, getüftelt und entwickelt.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

In gewohnt familiärer Atmosphäre im Betahaus im Schanzenviertel trafen sich für drei Tage 44 Nachwuchshacker*innen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren aus ganz Deutschland. Bereits am Freitagabend ging es interessant los mit der Keynote, die das diesjährige Thema Mit Code die „Um:welt verbessern“ einleitete. Thore Hansen vom Deutschen Wetterdienst gab einen Einblick in die Möglichkeiten der modernen Wetterbeobachtung und Klimasimulation. Die Anzahl der Prozessorkerne, die an den unterschiedlichen Modellen rechnen fanden dabei ebenso Erwähnung wie die Open Data-Portale, die freien Zugang zu einer Vielzahl von Informationen des Wetterdienstes geben.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Es folgte das Brainstorming, in dem die Jugendlichen insgesamt 16 Plakate mit Ideen entwarfen und anschließend allen anderen Teilnehmer*innen vorstellten. Dabei entstanden Ideen zur Müllreduzierung, dem öffentlichen Nahverkehr, Umweltspielen oder smarten Klimaanlagen. Abschließend haben sich noch alle spielerisch mit diversen Fragen zur Hacker*innen-Ethik auseinandergesetzt – nicht als Vortrag, sondern in mehreren Runden „1,2 oder 3“, bei der man sich wortwörtlich überlegen musste, wo man steht.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink
CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Am Samstag hat sich dann jede*r für ein Projekt entschieden – der Hackathon konnte beginnen. Unterstützt von 24 Mentor*innen entstanden insgesamt zehn Projekte. Die Mentor*innen kamen aus den Bereichen Softwareentwicklung, Grafikdesign, aber auch aus dem Bildungsbereich – es waren auch Lehrer*innen mit an Bord – und haben mit sehr viel Geduld und Engagement das ganze Wochenende beim Coden, Löten und Brainstormen geholfen.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Das mit Abstand größte Projekt zählte anfangs 13 Teilnehmer*innen – es sollte ein Spiel entstehen. Schnell wurde klar, dass die Gruppe zu groß ist und die Ideen zu vielfältig – auch eine echte Herausforderung für die Mentor*innen. Nachdem die Gruppe eine sinnvolle Aufteilung in drei Untergruppen gefunden hatte, konnte es auch hier losgehen.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Für Abwechslung sorgten am Samstag diverse Lightning Talks der Mentor*innen, unter anderem zu Themen wie Git, Flutter, 3D-Druck oder Teilchenphysik.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Am Sonntag pünktlich um 13 Uhr fand dann die Abschlussveranstaltung statt. Wer es nicht ins volle Betahaus geschafft hat, konnte den Livestream verfolgen. Bei Snacks und guter Laune haben die stolzen Teilnehmer*innen ihre Projekte den Eltern, Freund*innen und Interessierten präsentiert. Die beeindruckenden Ergebnisse ernteten viel Applaus und ließen die Gäste und uns das Betahaus mit der Hoffnung verlassen, dass diese Generation den Planeten doch noch irgendwie retten kann.

Die Abschlusspräsentation – danke für das Streaming, liebes c3voc!

Die Projekte

Das erste Projekt hieß Klima-Alarm. Merke: Wenn die Lampe blinkt, deine Umwelt stinkt! Der transportable Sensor meldet, wenn die Luft ungesund wird.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Vor allem in der Gastronomie werden zu viele Lebensmittel weggeworfen – 44% jeden Tag. GastroAid hilft Restaurants, besser zu planen, wie viel am nächsten Tag benötigt wird.

Revolutionäres Aufwachen mit dem AutoToaster – bringt den Toast ans Bett und liefert per Roboterarm. In der App stellt man die perfekte individuelle Toast-Bräunung ein.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

ChatThat ist ein Online-Kummerkasten, ein anonymes Austauschforum für Jugendliche. Die App hat die Gruppe schon zur Technovation Challenge im Mai gebaut, jetzt ist auch eine Webseite mit Forum entstanden.

Die Smarte Klimaanlage hilft beim taktischen Lüften: Je wärmer es wird, desto stärker kühlt sie. Der NodeMCU-Mikrocontroller steuert den Wärmetauscher und liest den Sensor aus. 

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Source Exchange ist eine kollaborative Webseite zur Diskussion über politische Themen. Das Ziel: Mal die eigene Filterblase verlassen und sehen, was andere vertrauenswürdige Quellen schreiben.

Save Your City ist ein rundenbasiertes Kartenspiel zur Klimakrise. 13 Teilnehmer*innen haben daran gearbeitet, daher wurde sich in drei Gruppen aufgeteilt: Konzept, Design und Technik. 

Save Your City hieß in der Konzeptphase noch „Umweltzerstörungssimulator 2030“. Im fertigen Spiel treten zwei Städte gegeneinander an, möglichst umwelt- und klimagerecht zu sein. Ein Spiel wie Save Your City benötigt viele Design-Elemente, damit hat sich eine zweite Gruppe beschäftigt: Angriffs- und Verteidigungskarten, Infrastrukturkarten für Strom, Sauerstoff und Bewohner*innen und natürlich Hintergrundgrafiken erstellen. Die dritte Gruppe hat Save Your City mit der Open Source Game-Engine Godot gebaut und in der python-ähnlichen internen Sprache GDScript programmiert und dabei viel über Arbeitsteilung und Git gelernt. Eine Webseite gibt es auch.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Die Jugend hackt-App soll viele Infos versammeln, die Teilnehmer*innen von Jugend hackt benötigen: Kurzfristige Änderungen und Vorab-Infos von der Orga, Fundsachen und News zu Jugend hackt.

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Jugend hackt in Hamburg sagt Danke!

Jugend hackt in Hamburg sagt Danke für ein unglaublich inspirierendes und großartiges Wochenende! Mit viel Durchhaltevermögen und Ehrgeiz haben die Jugendlichen und ihre betreuenden Mentor*innen Unglaubliches auf die Beine gestellt.

Natürlich wäre all das nicht möglich ohne finanzielle Unterstützung. Ein besonderer Dank geht deshalb an all unsere Förderer, wie die Joachim Herz Stiftung, die Homann-Stiftung, die Heidehof-Stiftung, das Jugendinformationszentrum Hamburg und vielen weiteren Unterstützer*innen, die uns helfend zur Seite stehen. Last but not least vielen Dank an das Betahaus, welches seit mittlerweile drei Jahren unser Partner für die Location ist. Ein besonderer Dank geht auch an all die ehrenamtlichen Mentor*innen – wir freuen uns jetzt schon auf Jugend hackt Hamburg 2020!

CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

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